Wirtschaft
"Unter Beobachtung": Gerüchten zufolge müssen mindestens 60 Filialen schließen.
"Unter Beobachtung": Gerüchten zufolge müssen mindestens 60 Filialen schließen.(Foto: picture alliance / dpa)

"Über allem steht die Kirche": Müller sieht Hoffnung bei Weltbild

Seehofers Frau für das Soziale macht den mehr als 6000 Beschäftigten der Weltbild-Gruppe Mut. Emilia Müller geht davon aus, dass alle Beteiligten daran arbeiten, "möglichst viele" Arbeitsplätze zu erhalten. Gerüchten zufolge steht jede zweite Filiale vor dem Aus.

"Alle Beteiligten haben ein gemeinsames Ziel": Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (Archivbild) ist "positiv" gestimmt.
"Alle Beteiligten haben ein gemeinsames Ziel": Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (Archivbild) ist "positiv" gestimmt.(Foto: picture alliance / dpa)

Die bayerische Sozialministerin Emilia Müller macht den Beschäftigten des Weltbild-Verlags nach einem Gespräch mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, Betriebsräten und Gewerkschaftern vorsichtig Hoffnung. Sie sei nach dem Treffen "positiv" gestimmt, erklärte Müller. "Alle Beteiligten haben ein gemeinsames Ziel: die Erhaltung möglichst vieler Arbeitsplätze." Im Kabinett des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ist Müller seit vergangenem Herbst Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration.

In der Weltbild-Zentrale in Augsburg arbeiten etwa 2200 Menschen. Eine schnelle Lösung zeichnet sich allerdings nicht ab: Der Insolvenzverwalter hat die Frist für die Abgabe von Interessenbekundungen und Angeboten zur Übernahme des insolventen Weltbild-Verlags erst jüngst verlängert.

"Zunächst bleiben nunmehr die Vorlage und Prüfung der konkreten Investorenangebote bis circa Ende März abzuwarten", hieß es in der Mitteilung des Münchner Sozialministeriums. "Über allem steht dabei die Verantwortung der Kirche als Gesellschafter der Verlagsgruppe für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge steht unterdessen die Hälfte der Filialen auf dem Prüfstand. Bei mindestens 60 Filialen sei die Schließung "absehbar", weitere 40 Standorte stünden "unter Beobachtung", berichtete das Magazin unter Berufung auf Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die Nummer 2 nach Amazon

Bei den 40 Filialen "unter Beobachtung" würden Faktoren wie Zugeständnisse bei den Mieten und die Wettbewerbsintensität am jeweiligen Standort über Schließung oder vorläufigen Weiterbetrieb entscheiden, hieß es. Ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wollte sich dazu gegenüber dem Blatt nicht äußern.

Die Verlagsgruppe Weltbild mit ihren 6300 Beschäftigten hatte am 10. Januar Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter - darunter zwölf Bistümer - kein weiteres Geld für die Sanierung des nach Amazon zweitgrößten deutschen Online-Buchhändlers bereitstellen wollten. Vor wenigen Tagen teilten Weltbild und die Verlegerfamilie Hugendubel dann ihre bis dahin in der Holding Deutsche Buch Handels GmbH (DBH) gebündelten Filialen auf. Hugendubel führt nun seine eigenen 77 Geschäfte sowie die Weltbild-Läden in den Karstadt-Häusern.

Quelle: n-tv.de

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