Wirtschaft
Während die Schwellenländer schwächeln, kommt wieder Nachfrage aus der EU.
Während die Schwellenländer schwächeln, kommt wieder Nachfrage aus der EU.(Foto: dpa)

Schwäche der Schwellenländer: Nachfrage aus Europa belebt Exporte

Einbruch abgehakt? Vor allem europäische Länder greifen wieder bei "Made in Germany" zu. Doch in vielen Absatzmärkten schwächelt die Nachfrage. Einmal mehr erweist sich aber Kauflaune der Verbraucher als Konjunkturstütze.

Die deutschen Exporte haben sich von ihrem Einbruch erholt: Im September stiegen sie wegen der starken Nachfrage aus Europa so kräftig wie seit zehn Monaten nicht mehr. Insgesamt legten die Auslandsverkäufe auf Monatssicht um 2,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 2,1 Prozent erwartet. Im August hatte es mit 5,2 Prozent den größten Rückgang seit dem Krisenjahr 2009 gegeben.

Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von fast 106 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 4,4 Prozent mehr als im September 2014. Dafür sorgte vor allem die starke Nachfrage aus der Europäischen Union: Die Ausfuhren dorthin legten um 7,4 Prozent zu. Das Geschäft mit den Ländern außerhalb der EU zog dagegen nur um 0,4 Prozent an. Große Schwellenländer wie China, Brasilien und Russland kämpfen derzeit mit einer schwächeren Konjunktur, weshalb sie weniger Waren "Made in Germany" kaufen.

BIP sorgt für Spannung

Holger Sandte von der Nordea Bank sagte, dass die Verlangsamung in den Schwellenländern zwar weiter bremsen werde. Aber die Nachfrage aus dem Euroraum erhole sich etwas. "Das stärkere Wachstum der Importe passt zur robusten Binnennachfrage in Deutschland." Die nächste interessante Zahl sei dann das Bruttoinlandsprodukt "Der Außenhandel dürfte nicht viel beigesteuert haben."

Rainer Sartoris, Experte bei HSBC Trinkaus, urteilte, dass der globale Handel nicht laufe und das spüre die deutsche Wirtschaft. "Die Impulse vom Außenhandel sind nicht stark, sondern sogar eher negativ für das Bruttoinlandsprodukt."

Von Januar bis September wuchsen die Exporte insgesamt um 7,0 Prozent auf fast 896 Milliarden Euro. Der Branchenverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit einem Plus von bis zu sechs Prozent.

Die Einfuhren kletterten im September indes um 3,6 Prozent zum Vormonat und damit viermal so stark wie von Ökonomen erwartet. Die um Saison- und Kalendereffekte bereinigte Handelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - wies ein Plus 19,4 Milliarden Euro aus.

Quelle: n-tv.de

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