Wirtschaft
Warten auf frische Eier in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.
Warten auf frische Eier in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.(Foto: AP)

Krise in Venezuela: Nahrungsmittelkonzern bittet um Hilfe

In Venezuela herrscht eine äußerst angespannte Versorgungslage. Der Nahrungsmittelriese Empresas Polar SA fordert nun internationale Unterstützung. Für den sozialistischen Präsidenten ist Konzernchef Mendoza allerdings ein Saboteur.

Venezuelas größter Konzern, ein Nahrungsmittelhersteller, hat die klamme Regierung dazu gedrängt, internationale Hilfe zu suchen, um in der tiefen Wirtschaftskrise des Landes einen Zusammenbruch der Nahrungsmittelversorgung zu verhindern.

"Venezuela ist ein Mitglied vieler multilateraler Organisationen, an die das Land sich wenden müssen wird (...), um sich um das Liquiditätsproblem zu kümmern, vor dem es steht", sagte Lorenzo Mendoza, der Präsident der Empresas Polar SA. "Das nicht zu tun, wird normalen Venezolanern schweren Schaden zufügen."

Die nahrungsmittelverarbeitende Sparte des Unternehmens sei in einer "kritischen Lage", nach zwei Jahren mit negativen Cashflows durch Preiskontrollen und Zutatenknappheit, sagte Mendoza. Die Produktpalette von Polar reicht von Mayonnaise bis zu Bier, Produkte, die praktisch zur täglichen Ernährung jedes Bürgers gehören.

In der vergangenen Woche hatte Nigeria bei der Weltbank einen Notkredit über 2 Milliarden US-Dollar beantragt. Venezuelas verstorbener sozialistischer Staatschef Hugo Chavez hatte den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank allerdings als imperialistische Marionetten beschimpft und offizielle Treffen mit den Geldgebern vor zehn Jahren abgeschafft.

Der amtierende Präsident Nicolas Maduro hatte Mendoza wiederholt als Hauptsaboteur hinter der sich verschärfenden Nahrungsmittelknappheit bezeichnet, die das Land immer mehr im Griff hat.

Galoppierende Inflation

Venezuelas Öleinnahmen sind in den vergangenen zwölf Monaten um 60 Prozent gesunken. Gleichzeitig verweigerten die Behörden Polar die Zuteilungen von Dollar im Zuge eines komplexen Währungskontrollsystems, um Rohstoffe zu importieren.

Zudem durchsuchten sie im vergangenen Jahr Anlagen des Unternehmens. In Venezuela herrscht derzeit die höchste Inflation der Welt. Auf dem Schwarzmarkt liegt der Kurs des US-Dollar derzeit bei fast 1000 Bolivar, der offizielle Wechselkurs liegt bei 6,3.

Quelle: n-tv.de

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