Wirtschaft
Die Schweizer treten beim französischen Kosmetikkonzern etwas in den Hintergrund.
Die Schweizer treten beim französischen Kosmetikkonzern etwas in den Hintergrund.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 11. Februar 2014

Familie Bettencourt Meyers stockt auf: Nestle schminkt sich L'Oreal-Anteile ab

Kurz vor dem Ende einer Vereinbarung zwischen Nestle und L'Oreal verschieben beide Konzerne Anteile in Milliardenhöhe. Am Ende lösen sich die Franzosen aus einem Gemeinschaftsunternehmen und erwerben eigene Aktien.

Der schweizerische Nahrungsmittelkonzern Nestle verringert seine milliardenschwere Beteiligung an dem französischen Kosmetikunternehmen L'Oreal. Wie beide Unternehmen mitteilten, wird der Anteil der Schweizer an L'Oreal von 29,4 auf 23,29 Prozent reduziert. Die Franzosen kaufen 48,5 Millionen eigener Aktien von Nestle zurück, was ungefähr 8 Prozent des Grundkapitals entspricht.

Finanzieren will L'Oreal die Transaktion unter anderem dadurch, dass der Konzern seine Hälfte des Gemeinschaftsunternehmens Galderma an Nestle abgibt. Den Unternehmenswert des Dermatologiekonzerns Galderma beziffert L'Oreal auf 3,1 Milliarden Euro und diesen werden die Schweizer in L'Oreal-Aktien bezahlen. Für den Rest wird L'Oreal 3,4 Milliarden Euro in bar an die Schweizer berappen.

Alle von L'Oreal zurückgekauften Aktien sollen eingezogen werden. Der Anteil der Familie Bettencourt Meyers an dem Kosmetikkonzern L'Oreal steigt dadurch von 30,6 auf 33,31 Prozent. Zudem werden künftig im Verwaltungsrat von L'Oreal nur noch zwei statt vorher drei Vertreter von Nestle sitzen. Nestle will mit der Übernahme das Gesundheitsgeschäft ausbauen, während L'Oreal sich zukünftig auf Kosmetik konzentrieren will.

Dieser Schritt sollte der L'Oreal-Aktie einen weiteren Aufwärtsschub geben, erwartet ein Händler. Der Gewinn je Papiere dürfte damit um rund 5 bis 6 Prozent in den kommenden Jahren steigen. Die Beteiligung an Sanofi müsse nicht zur Finanzierung verkauft werden, was auch der Sanofi-Aktie helfen sollte.

Schwaches Schlussquartal der Franzosen

Bereits am Vortag hatte es Gerüchte gegeben, dass die Schweizer ihre Beteiligung an den Franzosen senken könnten. Der Nahrungsmittelkonzern Nestle darf seine Beteiligung ab Ende April beliebig verkaufen oder aufstocken - dann nämlich endet eine zehnjährige Vereinbarung. Diese sah vor, dass die beiden Großaktionäre - Nestle und die Familie Bettencourt - ihre L'Oreal-Aktien bei einem Verkauf zuerst einander anbieten müssen. Der nahe Ablauf der Frist hatte Spekulationen darüber ausgelöst, dass eine der beiden Seiten ihre Anteile frei am Markt verkaufen könnte.

Der Kosmetikkonzern L'Oreal hat ein schwaches Schlussquartal hinter sich: Ungünstige Wechselkursschwankungen in einigen wichtigen Märkten drückten auf den Umsatz, der nur um 0,6 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro zulegte. Im Gesamtjahr verzeichnete der Hersteller von Marken wie Lancome, Garnier and Kiehl's ein Umsatzwachstum von 2,3 Prozent auf knapp 23 Milliarden Euro. Bei den Produktionskosten zog L'Oreal die Zügel an und konnte so den Gewinn unter dem Strich um 3,2 Prozent auf 2,96 Milliarden Euro steigern.

Quelle: n-tv.de

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