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Wirtschaft

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Kaffee, Kakao und Tee sei dank: Nestle wächst in der Krise

Marken wie Nescafe, Nesquik, Nespresso oder Nestea waren gefragt.

Marken wie Nescafe, Nesquik, Nespresso oder Nestea waren gefragt.
(Foto: Nestlé)

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestle stemmt sich mit seinen Markenprodukten erfolgreich gegen die Wirtschaftskrise. In den ersten neun Monaten kam das Unternehmen auf ein organisches Wachstum von 3,6 Prozent. Unter Berücksichtigung der Effekte durch die starke heimische Währung ging der Umsatz jedoch auf 79,5 Mrd. Franken (52,6 Mrd. Euro) zurück, was am Markt in etwa erwartet worden war. Gewinnzahlen nannte das Unternehmen nicht.

An der Börse wurde die Zwischenbilanz positiv aufgenommen: Die Nestle-Aktie legte knapp zwei Prozent zu und stützte damit auch den europäischen Nahrungsmittelindex. Analysten hoben insbesondere die defensiven Qualitäten des Nahrungsmittelmultis hervor. Nestle überzeuge "seit Jahren mit beständig hohen Wachstumsraten", hieß es etwa bei der Bank Wegelin. 2008 hatte der Konzern Erlöse von 110 Mrd. Franken eingefahren, ein Plus von zwei Prozent. Das organische Wachstum lag bei über acht Prozent.

Getränke gefragt

Im Neun-Monats-Zeitraum legte nun vor allem die Getränkesparte zu. So konnte Nestle die Umsätze von Marken wie Nescafe, Nesquik, Nespresso und Nestea organisch um 9,8 Prozent steigern. Das Mineralwassergeschäft, bislang eher das Sorgenkind des Konzerns, konnte seinen Abwärtstrend etwas bremsen. Süßwaren, Babynahrung aber auch Tierfutter erwiesen sich erneut als Wachstumstreiber.

Nach wie vor geht Nestle-Chef Paul Bulcke davon aus, die operative Rentabilität (Ebit-Marge) in diesem Jahr verbessern zu können. 2008 lag sie bei 14,3 Prozent. Sein Aktienrückkauf-Programm will der Konzern dieses Jahr um drei Mrd. auf sieben Mrd. Franken aufstocken. Erst im Februar hatte Nestle das Programm überraschend halbiert.

Zudem deutete Nestle an, sich im kommenden Jahr von seinem Mehrheitsanteil am Augenpflegemittelkonzern Alcon zu trennen und eine Verkaufsoption an den Pharmakonzern Novartis wahrzunehmen. Dadurch dürfte nochmals ein größerer zweistelliger Mrd.-Dollar-Betrag in die Kasse gespült werden. Offen bleibt, ob Nestle in das Bieterrennen für die britische Cadbury einsteigt, für die sich bereits der US-Konkurrent Kraft interessiert. Die Schweizer wollten sich dazu am Donnerstag nicht äußern.

rts

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