Wirtschaft
Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.
Der ehemalige Porsche-Chef Wendelin Wiedeking.(Foto: picture alliance / dpa)

Gescheiterte VW-Übernahme: Neue Beweise gegen Wiedeking

Der Vorwurf der Marktmanipulation gegen Ex-Porsche-Chef Wiedeking könnte sich erhärten. Die Staatsanwaltschaft nimmt eine Pressemitteilung unter die Lupe, die die komplizierte Optionsstrategie des Autobauers möglicherweise falsch dargestellt hat.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft neue Beweise gegen den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Ex-Finanzvorstand Holger Härter wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Wie die Anklagebehörde mitteilte, wird dafür nun eine Pressemitteilung vom 26. Oktober 2008 erneut unter die Lupe genommen.

In dieser Mitteilung zur geplanten Übernahme von Volkswagen habe Porsche nur Kaufoptionen (Calls) mitgeteilt. "Die Verkaufsoptionen (Puts) verschwieg das Unternehmen", sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde. Sie bestätigte damit einen Bericht der "WirtschaftsWoche". Der Vorgang sei geeignet gewesen, dem Markt einen falschen Eindruck zu vermitteln.  Das neue Verfahren sei bereits Anfang September eingeleitet worden.

Um ein neues Ermittlungsverfahren wegen Marktmanipulation handle es sich dabei allerdings nicht, sagte die Sprecherin weiter. Die Ergebnisse der rechtlichen Prüfung der Pressemitteilung würden gegebenenfalls in den Prozess gegen die beiden Ex-Manager einfließen.

Gegen Wiedeking und Härter gibt es schon eine Anklage wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Das Hauptverfahren ist vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Stuttgart zugelassen, aber noch nicht terminiert. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft haben die beiden den Finanzmarkt zwischen 2007 und 2009 nicht ausreichend über Porsches Einstieg bei Volkswagen informiert. Die Manager weisen die Vorwürfe zurück.

Quelle: n-tv.de

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