Freitag, 30. April 2010
Jetzt auch noch der Staatsanwalt: Neuer Ärger für Goldman Sachs
Tage des Donners: Goldman-Chef Lloyd Blankfein kämpft an vielen Fronten um den Ruf und das Geld der Investmentbank.
(Foto: AP)
Zwei Wochen nach der Anklage durch die US-Börsenaufsicht hat Kreisen zufolge nun auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen die Investmentbank Goldman Sachs eingeleitet. Ein mit den Vorgängen Vertrauter bestätigte einen entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal". Eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft im New Yorker Stadtteil Manhattan erklärte, sie könne die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Die Investmentbank selbst teilte mit: "Da unser Unternehmen derzeit stark im Mittelpunkt steht, sind wir nicht überrascht von dem Bericht über Ermittlungen." Die Bank werde in jeder Hinsicht mit allen Behörden zusammenarbeiten.
Der Zeitung zufolge wurden die Ermittlungen durch einen Hinweis der Börsenaufsicht SEC ausgelöst, betreffen demnach aber andere Transaktionen. Die Behörde hat Goldman Sachs zivilrechtlich auf Schadenersatz verklagt. Sie wirft der Bank vor, bei der Vermarktung eines verbrieften Hypothekenkredits im Jahr 2007 institutionellen Investoren wie der deutschen Mittelstandsbank IKB wichtige Informationen vorenthalten zu haben.
Nach Abacus nun Timberwolf
Kreisen zufolge hat die Staatsanwaltschaft im New Yorker Bezirk Brooklyn bereits ein weiteres Goldman-Geschäft vom März 2007 unter die Lupe genommen, bei dem die Bank unter dem Namen "Timberwolf 1" ebenfalls einen verbrieften Hypothekenkredit (CDO) angeboten hat. Diese Transaktion fiel mehreren mit den Untersuchung vertrauten Personen zufolge aber im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen zwei frühere Hedgefonds-Manager von Bear Stearns auf. Die inzwischen von JPMorgan Chase übernommene Investmentbank hatte demnach 300 Millionen Dollar in "Timberwolf 1" investiert. Der CDO verlor binnen fünf Monate 80 Prozent seines Werts und wurde 2008 abgewickelt. Die "Timberwolf"-Ermittlungen führten zu keiner Anklage gegen die Bear-Manager, die auch im Kernvorwurf der Lüge gegenüber Investoren nicht vor Gericht gestellt wurden.
Die Goldman-Spitze musste sich erst am Dienstag vor dem US-Senat für ihre Geschäfte rechtfertigen. Verbriefte Hypothekenkredite gelten als Brandbeschleuniger der Finanzkrise.
rts
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
-
Telefonica überrascht
O2 soll an die Börse
-
Presta-Mitarbeiter müssen gehen
ThyssenKrupp kündigt
-
Griechenland-Exporte
Euler Hermes versichert nicht
-
Hiobsbotschaften und "Todeskreuz"
Dax kennt kein Halten
-
Spanien-Angst wächst
Euro stürzt unter 1,24 Dollar
-
Boni-Streit vor Londoner Gericht
Coba erleidet Schlappe
-
Verbleib im Deutsche-Bank-Turm
Börsig behält Privilegien
-
"Das Urteil ist gefallen"
Schlecker steht vor dem Aus
-
Defizitabbau darf länger dauern
EU kommt Spanien entgegen
-
Zwischen Krisenangst und Optimismus
Konjunktur bleibt wackelig
-
Rätselraten um Bankia-Hilfen
EZB wurde gar nicht gefragt
