Archikekten-Enkel will klagenNeuer Ärger für Stuttgart 21
Die Bahn muss bei ihrem umstrittenen Milliardenprojekt Stuttgart 21 mit weiterem Gegenwind rechnen. Der Enkel des Architekten des alten Stuttgarter Hauptbahnhofs will laut einem Zeitungsbericht den Abriss der Seitenflügel verhindern - notfalls mit einer Klage.
"Es ist sicher, dass ich eine Urheberrechtsklage einreichen werde", sagte Peter Dübbers den "Stuttgarter Nachrichten". Experten rechnen dem Blatt zufolge mit einem mindestens zweijährigen Verfahren. Sollte die Bahn dennoch abreißen wollen, könnte Dübbers eine einstweilige Verfügung erwirken.
Die Bahn hatte laut Zeitung in den vergangenen Wochen eine Einigung versucht und Dübbers Geld für eine Stiftung sowie eine Bonatz-Gedenkstätte angeboten. "Das ist nicht mein Ziel. Ich will, dass das Denkmal Hauptbahnhof erhalten bleibt", sagte Dübbers. Den Hauptbahnhof baute der Stuttgarter Architekt Paul Bonatz (1877-1956).
Am Donnerstag hatten nach dem Bahnaufsichtsrat auch die anderen Geldgeber trotz deutlicher Kostensteigerung die Weichen für das Milliardenvorhaben gestellt. Nach mehrstündiger Diskussion stimmten Vertreter von Bahn, Land, Stadt und Region Stuttgart für das mittlerweile 4,1 Milliarden Euro teure Bauvorhaben. Stuttgart 21 umfasst die Umwandlung des Stuttgarter Kopfbahnhofs in eine unterirdische Durchgangsstation und deren Anbindung an die geplante Schnellbahnstrecke nach Ulm.