Wirtschaft
Die Bundesregierung rechnet damit, dass 2015 42,8 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten.
Die Bundesregierung rechnet damit, dass 2015 42,8 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche Wirtschaft wächst stärker: Neuer Beschäftigungsrekord erwartet

Billiges Öl, schwacher Euro: Die Bundesregierung hebt die Wachstumsprognose für das kommende Jahr und rechnet mit einer neuen Rekordbeschäftigung. 2015 könnten demnach rund 170.000 neue Jobs entstehen. Auch die Löhne sollen stärker steigen.

Die Bundesregierung hebt angesichts niedriger Ölpreise und eines schwachen Euro-Kurses ihre Wachstumsprognose an und sieht Deutschland auf dem Weg zu einem neuen Beschäftigungsrekord. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um rund 1,5 Prozent wachsen, heißt es im Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts.

Bislang waren nur 1,3 Prozent veranschlagt worden. Auch im kommenden Jahr werde das Wachstum Regierungskreisen zufolge ein ähnliches Niveau erreichen. Zudem rechnet die Regierung mit einer weiterhin günstigen Arbeitsmarktentwicklung. Die Zahl der Erwerbstätigen werde um 170.000 auf den neuen Rekord von 42,8 Millionen im Jahresdurchschnitt wachsen, während die Arbeitslosenzahl voraussichtlich um 40.000 sinken werde.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2015 wird am Mittwoch von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgestellt. Er trägt den Titel "Investieren in Deutschlands und Europas Zukunft". Das erwartete Wachstum im nächsten Jahr - erneut rund 1,5 Prozent, möglicherweise geringfügig mehr - wird zwar im Bericht selbst nicht genannt, in der Regel aber von der Regierung zumindest angedeutet.

Regierung will Investitionen

"Die deutsche Wirtschaft ist in guter Verfassung", lautet der Befund der Regierungsexperten. Nicht nur die Lage am Arbeitsmarkt entwickle sich günstig. Der Staatshaushalt werde erneut annähernd ausgeglichen abschließen und strukturell, also bereinigt um konjunkturelle Einflüsse, einen "leichten Überschuss" aufweisen. Unterstrichen wird darüber hinaus: "Investitionen sind ein Schlüssel zu höherer Wettbewerbsfähigkeit, dauerhaftem Wohlstand und besserer Lebensqualität."

Daher wolle die Regierung die privaten und öffentlichen Investitionen in Deutschland und Europa stärken. Sie strebe an, größere Spielräume für private Investitionen zu schaffen und die öffentlichen Investitionen auszubauen. Träger des deutschen Wachstums werden dem Entwurf zufolge vor allem kräftige Einkommenssteigerungen und ein anhaltender Aufbau von Beschäftigung sein.

Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer werden nach Erwartung der Regierung um 3,2 Prozent wachsen nach 2,7 Prozent im Vorjahr. Die Preissteigerung werde vor allem wegen der niedrigen Ölpreise moderat bleiben. "Deflationäre Tendenzen zeichnen sich für Deutschland nicht ab", heißt es im Bericht. Bei der Export- und Importentwicklung ist die Regierung mit erwarteten Steigerungen um 3,6 Prozent beziehungsweise 4,1 Prozent etwas zurückhaltender als noch im Herbst. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss werde dennoch in diesem Jahr höher ausfallen als 2014.

Der Internationale Währungsfonds hatte kürzlich seine Wachstumsprognose für Deutschland auf 1,3 Prozent im laufenden Jahr zurückgenommen. 2016 erwartet er ein Plus von 1,5 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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