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Die Kräfte werden gebündelt.
Die Kräfte werden gebündelt.(Foto: dpa)

Random House fusioniert mit Penguin: Neuer Buchgigant entsteht

Ein globaler Marktführer im Buchgeschäft entsteht. Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson legen ihre Buchverlage Random House und Penguin Group zusammen. 53 Prozent der Anteile gehen an Bertelsmann, der Rest an Pearson. Vorstandsvorsitzender des neuen Unternehmens soll Random-Chef Dohle werden.

Die beiden Medienkonzerne Bertelsmann und Pearson tun sich mit ihren Buchverlagsgeschäften Random House und Penguin zusammen. Dazu gründen die beiden Unternehmen ein Joint Venture, in das sie ihre jeweiligen Buchaktivitäten einbringen, wie Bertelsmann und Pearson mitteilten. Der deutsche Konzern wird 53 Prozent und Pearson 47 Prozent an dem entstehenden Verlagshaus halten.

Nach Abschluss der Transaktion soll Random-Chef Markus Dohle der Vorstandschef der neu entstehenden Gruppe werden. Penguin-Chef John Makinson wird Chairman des Board of Directors. Bertelsmann entsendet fünf Vertreter in den Verwaltungsrat der Gruppe, Pearson vier. Der neue Unternehmensname ist Penguin Random House. Beide Seiten gehen davon aus, die Transaktion in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres nach Erteilung der notwendigen behördlichen Freigaben abschließen zu können.

Die geplante Verlagsgruppe wird alle Verlagseinheiten von Random House und Penguin in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie die Penguin-Aktivitäten in China und die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika umfassen. Die deutsche Verlagsgruppe Random House mit Sitz in München wird dagegen nicht Teil der Gruppe und verbleibt bei Bertelsmann.

Die Fusion hatte sich Ende der vergangenen Woche abgezeichnet. An diesem Tag waren Gespräche der beiden Medienkonzerne über ihre Verlagshäuser bekannt geworden. Durch die Fusion wird nun ein globaler Marktführer geschaffen.

Die Bertelsmann-Tochter Random House umfasst 45 Buchverlage, die Belletristik, Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher, Hörbücher und E-Books verlegen. Die Verlagsgruppe veröffentlicht jeden Monat rund 200 neue Titel und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter. Penguin Books gilt als weltweit größter Publikumsverlag für Literatur und Sachbücher und hat bekannte Autoren wie John Grisham oder David Mitchell unter Vertrag.

Größe Marktmacht bei E-Book-Vertrieb

Buchverlage sind zuletzt von mehreren Seiten unter Druck geraten. Internetaffine Kunden entscheiden sich immer häufiger dagegen, ein Buch aus Papier zu kaufen. Stattdessen erwerben sie auf elektronischem Wege die Verlagserzeugnisse, die dann auf mobilen Lesegeräten betrachtet werden können. In Deutschland gilt zwar auch für elektronische Bücher die Preisbindung, die den Verlagen eine auskömmliche Marge erlaubt. In den USA tobt aber ein Preiskampf bei E-Books. Gleichzeitig verschwinden immer mehr traditionelle Buchhandlungen, der bisher gängige Vertriebsweg für Bücher wird damit unsicherer.

Durch einen Zusammenschluss können die beiden Verlagshäuser einerseits Kosten sparen. Andererseits bekommen sie eine größere Marktmacht beim Vertrieb elektronischer Bücher weltweit. Offen ist nun die Frage, ob die geplante Fusion auf Bedenken der Kartellbehörden stößt. Brancheninsider haben kartellrechtliche Probleme wegen der Größe des entstehenden Verlagshauses bereits für möglich gehalten.

Quelle: n-tv.de

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