Wirtschaft
Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW.
Ein Kampfpanzer Leopard 2 A7+ der Firma KMW.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsch-französische Rüstungsallianz am Horizont : Nexter pirscht sich an Krauss-Maffei an

Der Kostendruck in der Rüstungsindustrie könnte eine deutsch-französische Allianz hervorbringen. Insidern zufolge hat das französische Staatsunternehmen Nexter Interesse an der deutschen Waffenschmiede Krauss-Maffei-Wegmann. Die Unternehmen passen zusammen. Nexter ist am Start, die Voraussetzungen zu schaffen.

Der französische Panzerbauer Nexter hat einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge Interesse an einer Fusion mit dem deutschen Rüstungskonzern Krauss-Maffei-Wegmann (KMW). Wie die Zeitung schreibt, hat das Staatsunternehmen auf der Suche nach Partnern die deutsche Waffenschmiede ins Auge gefasst.

Der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian habe bereits deswegen mit seinem deutschen Kollegen gesprochen, schreibt das Blatt. Die Kontakte seien auch in der deutschen Rüstungsindustrie bestätigt worden. Offiziell wollte sich keiner der Beteiligten äußern.

Wie die gesamte Branche bekommt auch Nexter Kürzungen in den Wehretats zu spüren. "Industriell würde ein Zusammengehen auf jeden Fall Sinn machen, denn wir stehen beide vor der Herausforderung durch die US-Industrie", hieß es aus Nexter-Kreisen. Die Franzosen stellen unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Bordwaffen für Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Munition her. 2012 erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 742 Mio. Euro einen Reingewinn von 93 Mio. Euro.

Die Letzten ihrer Art

KMW ist in Familienhand und auf Panzer (Leopard) und Kanonen spezialisiert. Der Umsatz des Familienunternehmens sank von 1,4 Mrd. Euro 2008 auf unter 900 Mio. Euro im Jahr 2011. 2012 soll nicht besser gelaufen sein.

Für einen Zusammenschluss müsste Nexter privatisiert werden - das Unternehmen ist zu hundert Prozent im Staatsbesitz. Hier zeichne sich Bewegung ab, schreibt die Zeitung. Während der Einstieg des französischen Konzern Thales bei Nexter noch am Widerstand der Sozialisten gescheitert sei, sollen jetzt zur Finanzierung staatlicher Investitionen Beteiligungen verkauft werden. "Das könnte auch Nexter betreffen - und eine Annäherung an Deutschland erleichtern", heißt es. 

KMW wäre der natürliche Verbündete, schreibt das Blatt weiter. KMW und Nexter sind die letzten großen europäischen Unternehmen, die rein von Panzern und Kanonen leben.

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Quelle: n-tv.de

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