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Ein Teil der Aktenordner im Prozess der Kirch-Erben gegen die Deutsche Bank.
Ein Teil der Aktenordner im Prozess der Kirch-Erben gegen die Deutsche Bank.(Foto: picture alliance / dpa)

Kirch-Erben bekommen Akteneinsicht: Niederlage für Deutsche Bank

Im Prozess gegen die Deutsche Bank haben die Kirch-Erben wieder die Nase vorn. Ein Gericht hat das Finanzinstitut bereits zu Schadenersatz verdonnert. Die Frage ist nur, in welcher Höhe? Jetzt erhalten die Kirch-Anwälte wertvollen Einblick in Ermittlungsakten.

Die Staatsanwälte ermitteln auch gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen.
Die Staatsanwälte ermitteln auch gegen Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Deutsche Bank hat im Streit mit den Erben des Medienmagnaten Leo Kirch nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" eine weitere Schlappe erlitten. Die Justiz gewährte den Kirch-Anwälten Einblick in umfangreiche Ermittlungsakten. Den Kirch-Erben könnte das helfen, Schadenersatz in Milliardenhöhe durchzusetzen.

Die Kirch-Kanzlei Bub, Gauweiler und Partner in München bekam Ende vergangener Woche zahlreiche Akten der Münchner Staatsanschwaltschaft, die aufschlussreiche Dokumente der Deutschen Bank zu diesem Fall enthalten. Die Unterlagen waren bei Durchsuchungen beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jürgen Fitschen, einen der beiden Vorstandschefs der Bank, gegen seine beiden Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer und zwei weitere Ex-Manager wegen versuchten Prozessbetrugs. Die Beschuldigten weisen den Verdacht zurück.

Kirchs Erben hatten als mutmaßlich Geschädigte schon vor längerem Einsicht in die Strafakten gefordert. Das Geldinstitut wehrte sich und legte Widerspruch beim Münchner Amtsgericht ein. Doch das wies nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Beschwerde zurück und machte so den Weg frei für die Akteneinsicht. Bub, Gauweiler und Partner äußern sich nicht dazu.

Gerichtsentscheid im kommenden Jahr

Die Kirch-Anwälte werden nach Einschätzung in Justizkreisen jene Akteninhalte, die ihre Schadensersatzforderungen stützen könnten, schnell dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe vorlegen. Der BGH entscheidet im nächsten Jahr, ob ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München von Ende 2012 gegen die Bank Bestand hat.

Das OLG hatte den das Geldinstitut grundsätzlich zu Schadensersatz verurteilt, über dessen Höhe wird noch entschieden. Die Deutsche Bank will das Urteil mit Hilfe des BGH abwehren. Die Deutsche Bank soll ihren Kreditkunden Leo Kirch 2002, kurz vor dessen Pleite, hintergangen haben. Die Bank weist das zurück.

Einzelne Inhalte der Ermittlungsunterlagen waren in den vergangenen Wochen bereits öffentlich bekannt geworden. Zum Beispiel ein internes Memorandum eines führenden Anwalts der Deutschen Bank, das die Vorwürfe der Kirch-Seite stützt. Die Akten enthalten zahlreiche Mails, Protokolle, Vermerke und andere Dokumente aus der Bank zum Kirch-Fall sowie weitere Unterlagen. Darunter auch die Protokolle von 112 Zeugenvernehmungen.

Quelle: n-tv.de

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