Wirtschaft
Bundesfinanzminister Schäuble verteidigt die Niedrigzinspolitik der EZB - bis zu einem gewissen Punkt.
Bundesfinanzminister Schäuble verteidigt die Niedrigzinspolitik der EZB - bis zu einem gewissen Punkt.(Foto: picture alliance / dpa)

120.000.000.000 Euro: Niedrigzinspolitik beschert Staat Milliarden

Im kommenden Jahr will der Bund erstmals seit 1969 keine neue Schulden mehr aufnehmen. Ein Grund für diesen historischen Schritt ist der rekordniedrige Zins der EZB. Er hilft, Milliardensummen einzusparen.

Der deutsche Staat hat durch den Zinsverfall seit Beginn der Finanzkrise eine nicht unerhebliche Summe eingespart. Nach Berechnungen der Bundesbank beläuft sich die Summe auf rund 120 Milliarden Euro. Seit Jahren sei die durchschnittliche Verzinsung der deutschen Staatsschuld stark rückläufig, so die Notenbank. Das lasse sich jedoch "nicht unbedingt in voller Höhe mit einer Haushaltsentlastung gleichsetzen". Musste der Staat Anfang der 1990er Jahre im Schnitt noch 8 Prozent Zinsen zahlen, waren es 2013 noch 2,6 Prozent

Die hohe Nachfrage nach deutschen Staatspapieren in der Krise drückte ebenso wie die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) den Wert. Beides sind auch Gründe dafür, dass der Bund im kommenden Jahr erstmals seit 1969 keine neuen Schulden mehr aufnehmen will.

Über die EZB-Niedrigzinspolitik wird allerdings heftig debattiert. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die lockere Geldpolitik mehrfach verteidigt. Er forderte die Zentralbank aber auch auf, die Zinsen nur so lange extrem niedrig zu lassen, wie dies nötig sei.

Zum einen schrumpfen durch die niedrigen Zinsen die Sparvermögen der Bürger und damit auch deren Altersvorsorge. Zum anderen haben Schäuble und andere Finanzpolitiker vor Verwerfungen in der Weltwirtschaft infolge zu hoher Liquidität aufgrund der niedrigen Zinsen gewarnt. 

Quelle: n-tv.de

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