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Gedenken an die Opfer des Fluges MH370 und MH17. MH370 verschwand im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos, MH17 im Juli über der Ostukraine.
Gedenken an die Opfer des Fluges MH370 und MH17. MH370 verschwand im März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos, MH17 im Juli über der Ostukraine.(Foto: picture alliance / dpa)

Statistik der Flugzeugabstürze: Wie gefährlich ist Fliegen?

Auf den ersten Blick scheint 2014 ein schwarzes Jahr für die Luftfahrt gewesen zu sein. Auf den zweiten war Fliegen nie sicherer. Und dass die drei Katastrophen mit den meisten Toten mit malaysischen Airlines in Verbindung stehen, hat nichts zu sagen.

Der Eindruck nach der erst kürzlich verunglückten malaysischen Air Asia mag ein anderer sein, aber die Zahlen belegen: 2014 war für den zivilen Weltluftverkehr eines der sichersten überhaupt. Laut der als seriös geltenden Statistik des Aviation Safety Network (ASN) starben 990 Passagiere bei insgesamt 33 Millionen Flügen, die weltweit abhoben.

Im vergangenen Jahr waren damit in etwa so viele Tote im Luftverkehr zu beklagen wie 2010, als 943 Menschen starben. Insgesamt wurden 21 Flugzeugabstürze gezählt - das waren so wenige, wie nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1946. 2010 zählte die Statistik zum Vergleich 32 Abstürze.

In der Bilanz berücksichtigt werden nicht nur die Todesopfer in Folge von Unfällen aufgrund menschlichen oder technischen Versagens, sondern auch die in Folge von Terrorismus und Sabotageakten - konkret sind das die 298 Opfer des Fluges MH17 am 17. Juli über der Ostukraine. Der Abschuss der Boeing 777 von Malaysia Airlines gilt im Rückblick als schlimmstes Flugunglück des Jahres. Für Flugreisende ist es egal, weshalb Maschinen abstürzen. Deshalb wird die Kategorisierung in Statistiken in Unfall oder nicht häufig kritisiert.

Die einige Monate zuvor verunglückte MH370 - ebenfalls eine Maschine von Malaysian Airlines - gilt zum Beispiel auch bei ASN immer noch als Unfall. Die Boeing 777 verschwand am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos. Sowohl die 239 Menschen an Bord, als auch jegliche Wrackteile sind bis heute verschollen. Über die Ursache kann nur spekuliert werden. Viele Branchenexperten vermuten inzwischen einen Selbstmord des Piloten - damit würde das Flugzeugunglück aus der Unfallstatistik herausfallen.

Fliegen wird sicherer

Für den Präsidenten von ASN, Harro Ranter, ist die insgesamt positive Jahresbilanz keine Überraschung: Die Anzahl von Unglücken in der Luftfahrt sei seit 1997 stetig gesunken, erklärt er. Die Entwicklung sei vor allem auf die Sicherheitsbemühungen internationaler Luftfahrtorganisationen wie der Icao, Iata, Fight Safety Foundation sowie der Luftfahrtindustrie zurückzuführen, so Ranter.

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Die Tatsache, dass die drei Katastrophen mit den meisten Toten im vergangenen Jahr alle im Zusammenhang mit malaysischen Airlines standen, gilt unter Flugsicherheitsexperten als rein zufällig. Fluggesellschaften aus Malaysia seien nicht unsicherer als andere, erklärte auch der Berliner Flugsicherheitsexperte Siegfried Niedek kürzlich.

"Wenn bei einer Fluggesellschaft wenig passiert, heißt das nicht, dass sie sicherer ist als andere. Niemand weiß, wer morgen vom Himmel fällt. Das kann jede Airline treffen", sagte Niedek. Billig-Airlines wie Air Asia seien sogar doppelt so vorsichtig in puncto Sicherheit wie herkömmliche Fluglinien, da ihnen der Low-Cost-Carrier-Ruf der vermeintlich unsichereren Gesellschaften vorauseile.

Zwei der 21 verunglückten Flugzeuge gehörten Gesellschaften, die bereits als unsicher registriert worden waren. Sie standen auf der "Schwarzen Liste" der Europäischen Union. Am unsichersten gilt in der Luftfahrt immer noch der afrikanische Luftraum. Obwohl in Afrika lediglich drei Prozent des weltweiten Flugverkehrs abgewickelt wurden, ereigneten sich hier 43 Prozent aller tödlichen Flugzeug-Unfälle.

Die Weltluftfahrtorganisation Iata hatte sich bereits zum Jahresende positiv zur Flugsicherheit 2014 geäußert. Man verzeichne "nur einen Flugzeugverlust alle 2,25 Millionen Flüge, noch 2009 war es einer alle 1,5 Millionen Flüge", sagte Kevin Hiatt, Flugkapitän und bei der Iata für Sicherheit und Flugbetrieb verantwortlich, in Genf. "Aufgrund vorläufiger Daten können wir sagen, dass 2014 eine Verbesserung der weltweiten Flugsicherheit im Passagierverkehr erreicht wurde."

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Quelle: n-tv.de

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