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"Dazu gehört vor allem Afrika": Nordex-Chef Jürgen Zeschky (Archivbild).
"Dazu gehört vor allem Afrika": Nordex-Chef Jürgen Zeschky (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

China ergibt "keinen Sinn": Nordex zieht es nach Afrika

Die Expansion in China erweist sich als Fehlschlag. Jetzt feilt der Hamburger Windkraftspezialist Nordex an einer neuen Strategie. Neue Märkte im Süden sollen reiche Erträge bringen. Kann das den Aktienkurs stützen?

Windräder für Savanne und Wüste? Der Windturbinenbauer Nordex will im Süden Europas jenseits des Mittelmeers neue Märkte erschließen. Der Konzern wolle in ein oder zwei weiteren Regionen aktiv werden, in denen er gute Chance sehe, zu den drei größten Anbietern zu zählen, sagte Nordex-Chef Jürgen Zeschky der "Welt am Sonntag" laut Vorabbericht. "Dazu gehört vor allem Afrika".

Bislang sei Nordex in 21 Kernmärkten weltweit aktiv. In Südafrika ist der Konzern bereits seit 2012 mit einer Tochtergesellschaft vertreten. In Nord- und Südamerika soll das Neugeschäft um 15 Prozent pro Jahr wachsen, sagte Zeschky. Keine Chancen sieht er hingegen in China. "Peking zieht die eigenen Produzenten vor. Westliche Firmen haben in diesem Umfeld kaum Marktchancen. Auch für uns ergibt das keinen Sinn", sagte der Nordex-Chef.

"Wir nehmen die Konkurrenz aus China ernst"

Das Hamburger Unternehmen hatte vergeblich versucht, in der Volksrepublik Fuß zu fassen. Im März 2013 hatte Nordex nach mehr als anderthalb Jahren die Suche nach einem Partner in China aufgegeben. Bereits Ende 2012 hatte Nordex seine Rotorblatt-Produktion in dem Land dicht gemacht, da der Konzern als ausländisches Unternehmen im Reich der Mitte kaum Aufträge erhielt.

Die westliche Windenergiebranche werde anders als die Solarbranche im Wettbewerb gegen die Chinesen bestehen. "Wir nehmen die Konkurrenz aus China ernst, aber wir sehen nicht, dass die Chinesen die Welt aufrollen", sagte Zeschky.

Aktienkurs auf Talfahrt

An der Börse herrscht für Nordex derzeit heftiger Gegenwind: Vor dem Wochenende war der Aktienkurs nach der Präsentation der Halbjahresergebnisse teils zweistellig eingebrochen. Den Freitagshandel beendete die Nordex-Aktie mit einem Schlusskurs von 12,81 Euro. Prozentual hatte der Kurs damit binnen eines Tages 13,5 Prozent eingebüßt.

"Einige Anleger hatten auf eine Anhebung der Prognose für dieses und das nächste Jahr gehofft. Das ist aber ausgeblieben und entsprechend groß ist die Enttäuschung", meinte ein Händler. Gleichermaßen enttäuschend dürfte für die Anleger sein, dass sie trotz voller Kassen weiter leer ausgehen werden. Über eine Dividende will der Vorstand frühestens im kommenden Jahr entscheiden.

Hinter Nordex stehen einflussreiche Investoren. Zu den größten Einzelaktionären zählten bislang die US-Großbank JP Morgan Chase, der Finanzinvestor Blackrock und die Deutsche Bank mit einem Anteil von jeweils etwa drei Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft der Quandterbin Susanne Klatten hält knapp 23 Prozent der Nordex-Aktien. Der Löwenanteil befindet sich in Streubesitz.

Quelle: n-tv.de

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