Wirtschaft
Ende Januar war der Rubel im Vergleich zum Dollar auf den bisher tiefsten Stand überhaupt gefallen.
Ende Januar war der Rubel im Vergleich zum Dollar auf den bisher tiefsten Stand überhaupt gefallen.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Russische Währung auf Jahreshoch: Notenbank führt Rubel aus Tal der Tränen

Russlands angeschlagene Währung bekommt Unterstützung von der eigenen Notenbank. Entgegen der Forderungen aus Politik und Wirtschaft verzichtet sie auf eine weitere Zinssenkung. Den Rubel trägt das auf den höchsten Stand seit drei Monaten.

Einen kräftigen Schub hat die russische Notenbank dem Rubel gegeben, nachdem sie den Zinssatz nicht weiter gesenkt, sondern unverändert bei 11 Prozent belassen hat. Von Anfang bis Mitte 2015 wurde der Leitzins schrittweise von 17 Prozent auf das aktuelle Niveau gesenkt, um mit billigerem Geld der krisengeplagten Wirtschaft in der Rezession unter die Arme zu greifen. Zum Vergleich: In der Euro-Zone liegt der Leitzins bei null Prozent.

Dass der Leitzins nicht weiter gesenkt wird, liegt auch an der hartnäckig hohen Teuerung. "Die Inflationsrisiken bleiben groß", erklärte die Zentralbank. Die Teuerungsrate soll erst Ende 2017 wieder im angestrebten Bereich von vier Prozent liegen. Wird der Leitzins weiter gesenkt, könnte das die heimische Währung Rubel unter Abwertungsdruck setzen.

Der Rubel stieg daraufhin zum Dollar auf den höchsten Stand seit drei Monaten. Der Dollar kostete 67,69 Rubel nach 68,74 Rubel im Tageshoch vor der Entscheidung der Notenbank. Bereits in den Tagen zuvor hatten verschiedene Nachrichten den Rubel gestützt: Vor allem der erholte Ölpreise gab der russischen Währung zuletzt Halt.

Seit Ende Januar mehr als 15 Prozent an Wert gewonnen

Ende Januar war der Rubel im Vergleich zum Dollar auf den bisher tiefsten Stand überhaupt gefallen. Seitdem legte die russische Währung, gestützt von steigenden Ölpreisen, mehr als 15 Prozent zu. Der im Vergleich zu früheren Jahren weiterhin niedrige Ölpreis macht - neben den im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Strafmaßnahmen des Westens - der russischen Wirtschaft schwer zu schaffen.

Unternehmen und Politiker in Russland fordern seit längerer Zeit eine weitere Lockerung der Geldpolitik, um der kriselnden Wirtschaft zu helfen. Doch ungeachtet dieser Rufe hielt die Notenbank die fünfte Sitzung in Folge an ihrer Zinspolitik fest.

Die Mehrheit der Analysten hatten mit einem unveränderten Zinsniveau gerechnet, nachdem die Währungshüter gewarnt hatten, dass sie zu einer Zinserhöhung bereit seien, sollte dies für die Bekämpfung der hartnäckig hohen Inflationserwartungen nötig sein.

Quelle: n-tv.de

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