Wirtschaft
OECD-Chef Ángel Gurría und Kanzlerin Merkel verteidigen offene Märkte.
OECD-Chef Ángel Gurría und Kanzlerin Merkel verteidigen offene Märkte.(Foto: REUTERS)
Montag, 10. April 2017

Appell für offene Märkte: OECD-Chef lobt Kanzlerin Merkel

Die Sorge vor einer Isolation des US-Marktes drängt die Spitzen internationaler Wirtschafts- und Handelsorganisationen zunehmend zum Handeln: Vor dem alljährlichen Treffen mit Kanzlerin Merkel mahnt OECD-Chef Ángel Gurría deshalb zur Offenheit für Reformen.

Der Chef der Industrieländerorganisation OECD, Ángel Gurría, hat vor einer Abschottung der Märkte gewarnt und eine verstärkte internationale Kooperation angemahnt. "Offene Märkte bleiben die Garanten für Wachstum und Wohlstand", sagte Gurría vor dem geplanten Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Spitzen internationaler Finanz- und Wirtschaftsorganisationen in Berlin. "Gleichzeitig brauchen wir einen Rahmen, in dem wir die Globalisierung gestalten und sicherstellen, dass alle von ihren Früchten profitieren."

Video

Merkel setzt nach den Worten Gurrías mit dem Treffen "ein deutliches Zeichen für Multilateralismus und globale Zusammenarbeit". Die Weltwirtschaft und der globale Handel erholten sich nur schleppend, erklärte er. "Wir brauchen deshalb gezielte Reformen, die Wachstum und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt fördern."

Der OECD-Chef forderte, die internationalen Regeln und Standards zu stärken. Er verwies auf die von der OECD angestoßenen und den Top-Wirtschaftsmächten G20 aufgegriffenen Maßnahmen gegen Steuerflucht und unfaire Steuerpraktiken. Damit werde ein wichtiger Beitrag für mehr Steuergerechtigkeit geleistet. Auch könnten so Mittel für Zukunftsinvestitionen gesichert werden.

Unsicherheit über Trumps Linie

Merkel trifft sich alljährlich mit den Spitzen der Finanz- und Wirtschaftsorganisationen. An dem Treffen nehmen neben OECD-Chef Gurría auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sowie Weltbank-Präsident Jim Yong Kim teil. In diesem Jahr hat Deutschland zudem den Vorsitz in der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer inne und richtet Anfang Juli in Hamburg den G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs aus.

Bei dem Treffen im Kanzleramt dürfte es auch um die zunehmenden protektionistischen Tendenzen weltweit gehen. Unter US-Präsident Donald Trump, der die heimische Wirtschaft stärken will, droht ein Handelskrieg. Die neue US-Regierung hatte zuletzt signalisiert, stärker auf bilaterale Vereinbarungen mit anderen Volkswirtschaften zu setzen statt auf multilaterale Regeln.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen