Wirtschaft
Container im südkoreanischen Hafen von Busan.
Container im südkoreanischen Hafen von Busan.(Foto: REUTERS)

Deutschlands Wirtschaft wächst: OECD verbreitet Zuversicht

Die wirtschaftliche Erholung in den Industrienationen kommt nach Einschätzung der OECD voran, steht aber weiter auf wackligen Beinen. Die zuletzt schwächelnde chinesische Wirtschaft dürfte die Talsohle durchschritten haben.

Die deutsche Wirtschaft wird ihren Erholungskurs nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bis Jahresende fortsetzen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im dritten und vierten Quartal um jeweils  rund 0,6 Prozent steigen, hieß es in einem Zwischenbericht zum Wirtschaftsausblick großer Volkswirtschaften.

Im Frühjahr hatte es ein Plus von 0,7 Prozent zum Vorquartal gegeben, zum Jahresanfang hatte die Wirtschaft nur stagniert. Für das Gesamtjahr 2013 traut die OECD Deutschland einen Anstieg um 0,7 Prozent zu. Im Mai hatte die Organisation nur ein Plus von 0,4 Prozent veranschlagt.

Für die größeren Industriestaaten sei in der zweiten Jahreshälfte eine moderate Erholung zu erwarten, hieß es weiter. Zudem habe die Eurozone als Ganzes die Rezession hinter sich gelassen. Allerdings habe sich das Wachstum in vielen wichtigen Schwellenländern verlangsamt, so die OECD-Experten. China dürfte demnach zwar sein Konjunkturtal durchschritten haben. Insgesamt kommt die OECD aber zum Fazit: "Eine nachhaltige Erholung hat sich noch nicht richtig etabliert, und es bleiben entscheidende Risiken." Das Land bleibt aber internationaler Wirtschaftsmotor. Für China erwarten die Ökonomen ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes  von 7,2 im dritten und 8,1 Prozent im vierten Quartal 2013.

Risiken bleiben

Die OECD-Analytiker sprachen zwar von einer "Verbesserung der Wirtschaftsdynamik in den Volkswirtschaften", warnen jedoch gleichzeitig: "Eine nachhaltige Erholung ist noch nicht fest etabliert." Deshalb sei es wichtig, die globale Nachfrage anzukurbeln - auch mit Hilfe lockerer Geldpolitik. Hier sollte die US-Notenbank Fed ihre Staatsanleihenkäufe allmählich zurückfahren, aber die Zinsen noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau halten. Den langsameren Wachstumstrend bezeichnet die OECD als "Herausforderung" sowohl für etablierte wie für aufstrebende Volkswirtschaften. Reformen seien Grundlage für mehr Wachstum, einen Ausgleich der globalen Wirtschaft und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Auch die Währungshüter in der Euro-Zone sollten ihren konjunkturstützenden Kurs fortsetzen und notfalls der Wirtschaft noch stärker unter die Arme greifen, forderte die OECD. Denn das Währungsgebiet sei nach wie vor anfällig für Spannungen auf den Finanzmärkten, im Bankensektor und wegen der Staatsschuldenkrise. "Viele Banken im Euroraum sind nicht ausreichend kapitalisiert."

Quelle: n-tv.de

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