Samstag, 14. November 2009
Ideen aus der Deutschen Bank: Ökonom will lange Lohnpause
Zurückhaltung ist für Norbert Walter das Gebot der Stunde - und der kommenden Jahre.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat die Arbeitnehmer in Deutschland aufgerufen, in den kommenden Jahren Lohnzurückhaltung zu üben. "Eine mehrjährige Lohnpause wäre sinnvoll, um die Beschäftigungslage nicht weiter zu gefährden", sagte Walter der "Bild"-Zeitung. Zuletzt hätten sich Arbeitskosten und Produktivität auseinander entwickelt. Für 2010 rechne er mit Tarifabschlüssen in der Größenordnung von ein bis zwei Prozent, sagte Walter.
Bei der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen zeigte sich Walter pessimistischer als der Sachverständigenrat der Bundesregierung, der für 2010 von vier Millionen Jobsuchenden ausgeht: "Bis Januar 2011 können daraus 4,5 Millionen werden, neue Jobs entstehen frühestens 2012", sagte der Ökonom dem Blatt.
Der Vorsitzende des Sachverständigen-Gremiums, Wolfgang Franz, forderte in der "Bild"-Zeitung eine gezielte Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Der Staat müsse ab 2011 mit dem Sparen anfangen. Dies sei eine "Herkulesaufgabe". Außerdem sei mit Steuererhöhungen zu rechnen. Dann würde sich laut dem Wirtschaftsweisen anbieten, den ermäßigten Mehrwertsteuer-Satz von sieben Prozent nur noch auf Lebensmittel anzuwenden.
AFP
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