Wirtschaft
Hans-Werner Sinn zieht seit Monaten durch das Land, um seine Sicht zur Eurokrise darzulegen.
Hans-Werner Sinn zieht seit Monaten durch das Land, um seine Sicht zur Eurokrise darzulegen.(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Aufruf folgt eine Stellungnahme: Ökonomen streiten sich

die jüngsten EU-Beschlüsse zur Euro-Rettung, insbesondere die Bankenunion, sorgt in Deutschland für viel Aufregung unter den Ökonomen. Gipfelkritische Wissenschafler wie Ifo-Chef Sinn oder Ex-DIW-Chef Zimmermann bekommen Contra von den Kollegen Rürup, Horn und Hüther. Letztere sprechen von einer Verunsicherung der Öffentlichkeit.

Die Die Erklärung der Euro-Retter der vergangenen Woche haben einen heftigen Streit unter prominenten deutschsprachigen Ökonomen ausgelöst. Auf einen offenen Brief von 160 Wirtschaftswissenschaftlern, in dem diese vor allem den Schritt in die Bankenunion kritisiert haben, reagierten Ökonomen unterschiedlichster Denkrichtungen nach "Handelsblatt"-Angaben mit einer kritischen Stellungnahme.

Die Öffentlichkeit sei durch Ängste geprägt, die sich mehr aus unbestimmten Gefühlen als aus sachlichen Informationen speisten. Es könne "nicht die Aufgabe von Ökonomen sein, mit Behauptungen, fragwürdigen Argumenten und in einer von nationalen Klischees geprägten Sprache die Öffentlichkeit durch einen Aufruf weiter zu verunsichern", kritisierten die Autoren, zu denen Ex-Sachverständigenratschef Bert Rürup, der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, und der Chef des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Gustav Horn, zählen.

In ihrem Ifo-Chef zerpflückt Bankenunion verurteilen die 160 Wirtschaftsprofessoren die jüngsten EU-Beschlüsse zur Euro-Rettung, insbesondere die Bankenunion. Die Verfasser sind deutschsprachige Ökonomen um Ifo-Präsident Ifo-Chef beklagt Kesseltreiben .

Die Wissenschaftler warnen in ihrem Aufruf, Deutschland könne sich überheben. "Die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas dürfen für die Absicherung dieser Schulden nicht in Haftung genommen werden", sagten sie mit Blick auf die Schulden von Banken.

Deutschland und die soliden Länder würden gedrängt, ihre Haftungssummen immer weiter auszudehnen: "Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind dann vorprogrammiert. Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet", warnen die Ökonomen.

BDI-Chef sieht Verschiebung der Allianzen

Aber auch Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), stimmte in diesem Chor mit ein. Er warnte vehement vor Fehlsteuerungen, Deutschland dürfe bisherige rote Linien nicht aufgeben. "Einen europäischen Bankenrettungsfonds darf es aus Sicht der deutschen Wirtschaft nicht geben", sagte Keitel weiter. Gleiches gelte für eine gemeinsame Einlagensicherung, ergänzte er mit Blick auf eine mögliche Haftung deutscher Steuerzahler für die Sparguthaben von Kunden ausländischer Banken.

Zugleich nahm Keitel Bundeskanzlerin Angela Merkel in Schutz. Man müsse auch das Kleingedruckte der Beschlüsse lesen, betonte der BDI-Präsident. Dass sich Frankreich bei den Verhandlungen auf die Seite Italiens und Spaniens geschlagen habe, mache deutlich, dass sich Deutschland auf neue Allianzen einstellen müsse. "Die Gewichte haben sich ungut verschoben", sagte Keitel.

Quelle: n-tv.de

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