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Normal ist das nicht: Mit Heizöl kommen Hausbesitzer diesmal deutlich billiger durch den Winter.
Normal ist das nicht: Mit Heizöl kommen Hausbesitzer diesmal deutlich billiger durch den Winter.(Foto: picture alliance / dpa)

"Der Winter war sehr mild": Ölheizung billiger als Erdgas

Die kalte Jahreszeit ist vorbei: An Ostern ziehen Experten eine erste Bilanz der Heizperiode 2015/16. Der Abwärtstrend am Weltmarkt macht sich laut Berechnung eines Vergleichsportals mittlerweile in der Geldbörse der Hausbesitzer bemerkbar.

Nach dem kräftigen Preisrutsch für Heizöl können Mieter und Eigentümer mit Ölheizung sehr viel günstiger heizen als die Haushalte mit Gasversorgung. In der zu Ende gehenden Heizperiode verringerten sich die Heizkosten mit Öl um 29 Prozent, mit Gasheizung jedoch lediglich um 3 Prozent, wie das Verbraucherportal Verivox ermittelte.

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus verursachte demnach von Oktober bis März Heizkosten von 679 Euro. Wer mit Gas heizte, musste dagegen im Durchschnitt 949 Euro bezahlen. Unter dem Strich war das Heizen mit Gas damit rund 40 Prozent teurer als mit Öl.

Kalter Oktober, warmer Dezember

Die Veränderungen sind nahezu komplett auf die Preise für die Brennstoffe zurückzuführen, nicht auf das Wetter. "Der vergangene Winter war erneut sehr mild", sagte Verivox-Sprecher Florian Krüger. "Im Vergleich zum Vorjahr war der Oktober deutlich kälter, der Dezember hingegen erheblich wärmer." Insgesamt mussten die Verbraucher von Anfang Oktober bis Ende März ungefähr gleich viel Heizenergie aufwenden wie im Jahr zuvor.

Heizöl kostet aktuell rund 46 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer). Vor einem Jahr waren es noch mehr als 60 Euro für die gleiche Menge, vor zwei Jahren rund 80 Euro. Die Tarifpreise für Gas sind dagegen nur wenig gefallen. Der Verivox-Verbraucherpreisindex steht bei 6,26 Cent je Kilowattstunde, im Vergleich zu 6,56 Cent vor einem Jahr. Das ist ein Rückgang von lediglich 4,6 Prozent.

Knapp 46 Cent je Liter

Der bundesweite Durchschnittspreis für den Liter Heizöl fielen vor Ostern von 46,9 auf zuletzt 45,9 Cent. Die Heizölnachfrage sei sehr gedämpft, heißt es bei Kieler Messtechnikunternehmen Tecson, das die Heizölpreise in Deutschland im Blick hält. In den letzten Tages der Heizperiode würden nur noch wenige Abnehmer Heizöl nachbestellen.

Am Weltmarkt war der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent vor dem Osterwochenende um 0,6 Prozent auf 40,24 Dollar gefallen. Der überraschende Anstieg bei den Öllagerbeständen in den USA habe die Preise zuletzt belastet, hieß es.

Schnelle Schlüsse lassen sich aus der vorläufigen Heizkostenbilanz zu Ostern nicht ziehen: Die Brennstoffkosten seien nur ein Element bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Heizungssystems, geben Experten zu Bedenken. Zu berücksichtigen seien auch Anschaffungs- beziehungsweise Kapitalkosten sowie Wartungskosten, Lebensdauer und laufende Investitionen. Zudem schwanken die Kosten für Öl und Gas über die Lebensdauer einer Öl- oder Gasheizung. In der Vergangenheit war Gas über etliche Jahre hinweg deutlich günstiger als Heizöl.

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Quelle: n-tv.de

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