Wirtschaft
Ein Arbeiter auf einem Ölfeld in Kasachstan.
Ein Arbeiter auf einem Ölfeld in Kasachstan.(Foto: REUTERS)

Mehrere Billionen Dollar: Ölpreis sorgt für riesigen Vermögenstransfer

Des einen Freud ist des anderen Leid: Der Absturz des Ölpreises lässt Förderländer wie Russland, Angola und Venezuela leiden. Doch die Konsumenten in Industrieländern haben Grund zu guter Laune.

Ist der niedrige Ölpreis Fluch oder Segen für die Weltwirtschaft? Ökonomen und Analysten sind in dieser Frage gespalten. Während die einen auf die Vorteile für die Industrieländer verweisen, legen andere den Fokus auf die Probleme der Ölexporteure und warnen vor den möglichen Folgen für die Finanzindustrie.

Die Bank of America Merrill Lynch (BoFA) hat eine andere Antwort parat. Der Absturz des Ölpreises sei einer der größten Vermögenstransfers in der Geschichte der Menschheit, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den BoFA-Analysten Francisco Blanch. Sein Argument: Durch den niedrigen Ölpreis "werden jedes Jahr drei Billionen Dollar von den Öl-Produzenten zu den Verbrauchern umgeleitet". Mit anderen Worten: In Industrie- und in Schwellenländern wird billiger produziert, Verbraucher müssen für Energie weniger Geld ausgeben - Tanken, Heizen, Fliegen wird günstiger.

Außerdem steigere der billige Preis den Ölverbrauch, so Blanch. Bei einem längeren Preisniveau von rund 40 Dollar pro Fass würde die Nachfrage um bis zu 1,5 Millionen Fässer (je 159 Liter) pro Tag steigen. Derzeit kostet ein Fass Öl der richtungsweisenden Sorte Brent aus der Nordsee um 35 Dollar. Mitte 2014 hatte der Preis noch deutlich über 100 Dollar gelegen.

Was das unter anderem bedeutet, sei in China zu sehen, so der Analyst. "Chinas Verbraucher kaufen vermehrt größere Autos. Der Absatz von SUV hat in den letzten drei Monaten 60 Prozent über dem Niveau vom Vorjahr gelegen. Dagegen sind die Autoverkäufe insgesamt um 22 Prozent gewachsen."

Diese Entwicklungen geschehen vor dem Hintergrund, dass Russland in der Rezession steckt oder Saudi-Arabien Sparprogramme auf den Weg bringt. Öl-Konzerne verlieren an der Börse deutlich an Wert. Das illustriere den dramatischen Transfer von Vermögen, so Blanch.

Quelle: n-tv.de

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