Wirtschaft
Ein Newsroom des Nachrichtensenders Al-Dschasira in Doha.
Ein Newsroom des Nachrichtensenders Al-Dschasira in Doha.(Foto: dpa)

Katar erwartet Haushaltsdefizit: Ölpreis zwingt Al-Dschasira zum Stellenabbau

Al-Dschasira besitzt vier Funkhäuser in Doha, Kuala Lumpur, London und Washington mit insgesamt mehr als 4000 Mitarbeitern. Doch die einst verheißungsvolle Expansion des arabischen Nachrichtensendern geht nicht auf. Grund ist der niedrige Ölpreis.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira streicht weltweit 500 Stellen. Die meisten Posten würden in der Zentrale des Senders in Katar wegfallen, teilte das staatlich finanzierte Unternehmen mit. Generaldirektor Mostefa Souag sagte, die Kürzungen seien Teil einer "Initiative zur Optimierung der Arbeitskräfte". Erst Mitte Januar hatte Al-Dschasira mitgeteilt, dass der Betrieb seines US-Ablegers Ende April eingestellt werde.

Al-Dschasira ist seit seiner Gründung 1996 der führende arabischsprachige Nachrichtensender, doch geriet der Konzern zuletzt zunehmend in Schwierigkeiten. Das Emirat Katar, das den Sender finanziert, kämpft seit Monaten mit den niedrigen Energiepreisen. Der Golfstaat ist auf die Einnahmen aus dem Gas- und Ölverkauf angewiesen und erwartet dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren ein Haushaltsdefizit. Der Emir kritisierte im Dezember Verschwendung, Überbesetzung und mangelnde Kontrolle im Land.

700 Stellen in den USA

Bisher beschäftigte Al-Dschasira rund 4500 Menschen weltweit. Ein Mitarbeiter sagte, die meisten Stellen würden außerhalb des redaktionellen Bereichs wegfallen. Bereits mit der Schließung des US-Ablegers Ende April werden rund 700 Posten gestrichen.

Al-Dschasira America war im August 2013 in den USA mit einer Senderzentrale in New York gestartet. Für den Ableger warb Al-Dschasira renommierte US-Journalisten ab und eröffnete Studios in einem Dutzend Städten des Landes. Doch Al-Dschasira America war kein Erfolg beschieden. Der Sender ist bis heute nur auf den hinteren Programmplätzen zu finden und muss in den Vereinigten Staaten gegen Vorurteile ankämpfen.

Quelle: n-tv.de

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