Wirtschaft

Fed hat bei Leitzins Geduld: Ölpreissturz schiebt US-Wirtschaft an

Die US-Notenbank Federal Reserve registriert einen Aufschwung in den Vereinigten Staaten. Vorerst wird durch das billigere Öl auch die Inflationsrate von zwei Prozent nicht erreicht. So will die Fed eine Zinserhöhung mit Bedacht angehen.

Bis März will die Fed den Leitzins nicht ändern.
Bis März will die Fed den Leitzins nicht ändern.(Foto: picture alliance / dpa)

Trotz der globalen Wachstumsschwäche wird die US-Wirtschaft nach Ansicht der Notenbank Federal Reserve ihre Muskeln weiter spielen lassen und damit eine Zinserhöhung in absehbarer Zeit ermöglichen. Durch den Ölpreisverfall und die damit verbundenen niedrigeren Kosten für Verbraucher und Firmen entstehe nach Ansicht der Mehrheit im Zinsausschuss sogar neuer "Schub", heißt es in den Fed-Protokollen der Sitzung vom Dezember.

Dass die von der Notenbank angestrebte Inflationsrate von zwei Prozent durch das billigere Öl wohl vorerst nicht erreicht wird, bereitet den Zentralbankern kein größeres Kopfzerbrechen, denn die Amerikaner seien in Kauflaune, der Arbeitsmarkt laufe wieder rund und es werde wieder investiert. Angesichts dieser Perspektiven wolle die Fed eine Normalisierung der ultralockeren Geldpolitik "mit Geduld" angehen.

Wie Notenbankchefin Janet Yellen nach dem Zinsbeschluss erläutert hatte, bedeutet dies, dass die Fed noch mindestens bis März stillhalten wird. Die Notenbank hält den Leitzins derzeit noch auf dem historisch niedrigen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent. Experten rechnen erst für die Jahresmitte mit einer Zinserhöhung. Es wäre die erste nach sechs Jahren ultralockerer Geldpolitik.

Die Fed strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an, doch verfehlte sie das Ziel zuletzt mit einer Jahresteuerungsrate von 1,3 Prozent deutlich. Bevor die Zinsen angehoben werden, will die Fed Gewissheit haben, dass die Inflation sich wieder nach oben bewegt.

Insbesondere der fallende Ölpreis hatte den Preisauftrieb zuletzt gedämpft. Erstmals seit fast sechs Jahren war der Preis für die wichtige Nordseesorte Brent am Mittwoch unter die Marke von 50 Dollar je Fass gerutscht, US-Öl notierte bei rund 48 Dollar. Viele Anleger sehen in den Turbulenzen an den Ölmärkten auch ein Zeichen für die angeschlagene Weltwirtschaft.

Quelle: n-tv.de

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