Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Schwieriges Umfeld, schwache Konjunktur: Ölpreisverfall belastet Linde

Die lahmende Industriekonjunktur und der Ölpreisverfall setzen dem Industriegasekonzern Linde zu. Und auch im laufenden Jahr wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Dennoch werden die Aktionäre zunächst belohnt.

Der Gase- und Anlagenbaukonzern Linde hat trotz des schwachen konjunkturellen Umfelds und des Ölpreisfalls seine Jahresziele am unteren Ende der ausgegebenen Spanne noch erreicht. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende soll um 30 Cent auf 3,45 Euro angehoben werden. Rückenwind erhielt Linde von positiven Währungseffekten und guten Geschäften mit medizinischen Gasen. Belastet wurde das Ergebnis indes vom niedrigen Umsatz in der Engineering-Sparte, die unter den schwachen Ölpreisen und der Investitionszurückhaltung der Kunden leidet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist das operative Konzernergebnis (Ebitda ) um 5,4 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen. Die Erlöse legten ebenfalls um gut 5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu. Die Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis waren ausschließlich positiven Wechselkurseffekten zu verdanken: Bereinigt sind sowohl die Erlöse als auch das operative Konzernergebnis um gut zwei Prozent gefallen. Unter dem Strich verdiente Linde mit 1,15 Milliarden Euro noch gut vier Prozent mehr als im Vorjahr.

"Das schwierige Marktumfeld und eine schwache Konjunktur haben uns im letzten Jahr vor einige Herausforderungen gestellt", sagte Konzernchef Wolfgang Büchele. Für die Zukunft sieht er den Konzern gut aufgestellt.

Ebitda könnte zulegen - aber auch verlieren

Das Unternehmen geht aber weiter von einem herausfordernden Marktumfeld aus. Die Wachstumsrate des weltweiten Gasemarkts wird etwa auf Vorjahr erwartet. Der Anlagenbau dürfte aber weiter durch den niedrigen Ölpreis belastet werden, hieß es. Vor diesem Hintergrund strebt Linde einen währungsbereinigten Umsatz- und operativen Ergebnisanstieg (Ebitda ) um vier Prozent an. Das Marktumfeld könne aber auch zu einem Rückgang um bis zu 3 Prozent führen.

Für das laufende Jahr erwartet Linde in der Gasedivision währungsbereinigt einen Umsatz mindestens auf dem Niveau des Vorjahres. Möglich sei auch ein Anstieg um bis zu fünf Prozent, hieß es. Im Healthcare-Geschäft rechnet Linde aufgrund der staatlichen Preiskürzungen für Leistungen in den USA mit einem sinkenden Umsatz. Auch das Ergebnis der Sparte werde im Vorjahresvergleich schwächer ausfallen, hieß es. Eingetrübter sind die Erwartungen auch in der Engineering-Sparte. Hier werden die Erlöse wohl sinken.

Dem prognostizierten Abschwung in einigen Bereichen will der Konzern mit Einsparungen entgegentreten. Zuletzt hatte das Münchner Unternehmen bei Anlegern für Enttäuschung gesorgt. Anfang Dezember musste Linde bei seinen Zielen für 2017 zurückrudern, die Aktie stürzte daraufhin um 14 Prozent ab. Sowohl das operative Konzernergebnis als auch die Kapitalrendite sollen niedriger ausfallen als Linde ursprünglich erwartet hat. Statt eines operativen Konzernergebnisses von 4,5 bis 4,7 Milliarden Euro werden nun nur noch 4,2 bis 4,5 Milliarden Euro prognostiziert.

Quelle: n-tv.de

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