Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Anleger vor Schuldenschnitt: Österreich wickelt Hypo Alpe Adria ab

Seit Jahren ringt Österreich um eine Lösung für die Krisenbank Hypo Alpe Adria. Erneut müssen nun milliardenschwere Wertberichtigungen vorgenommen werden. Der Vorgang illustriert die Probleme bei der Bankenabwicklung.

Die Bad Bank der österreichischen Hypo Alpe Adria zahlt bis auf weiteres keine Schulden zurück. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) des Landes ordnete ein Schuldenmoratorium bis Mai 2016 an, wie die Behörde mitteilte. Betroffen seien Verbindlichkeiten in einem Volumen von mehr als elf Milliarden Euro. In den nächsten zwei Jahren soll nun ein Abwicklungsplan für die Krisenbank ausgearbeitet werden - hohe Verluste für die verbliebenen Gläubiger sind wahrscheinlich.

Seit Jahren ringt Wien um eine nachhaltige Lösung für die Krisenbank. Vor fünf Jahren wurde die Hypo Alpe-Adria auf dem Höhepunkt der Finanzkrise verstaatlicht, nachdem sie sich mit Beteiligungen in Südosteuropa übernommen hatte. Nach monatelangem Zögern hatte die Regierung vor einem Jahr entschieden, eine Bad Bank unter dem Namen Heta Asset Resolution zu gründen, um das Institut abzuwickeln. Die österreichischen Steuerzahler hat die Bank bereits 5,5 Milliarden Euro gekostet.

Milliardenberichtigung erforderlich

Die Ankündigung unterstreicht einmal mehr die andauernden Probleme. Seit der Gründung der Abbaueinheit vor rund einem halben Jahr wird die Bilanz von Heta geprüft und alle Vermögenswerte neu bewertet. Seit Freitag liegen erste, dramatische Ergebnisse vor: Der Wert der Assets muss zusätzlich um 5,1 Milliarden bis 8,7 Milliarden Euro berichtigt werden. Deshalb müsste die Regierung zumindest bis zu 7,6 Milliarden Euro an frischen Mittel zur Verfügung stellen - doch Wien sagt ab. Die Republik Österreich werde "kein frisches Steuergeld mehr zur Verfügung stellen", teilte das Finanzministerium umgehend mit.

Die möglichen Abschreibungen von bis zu 8,7 Milliarden Euro übersteigen die Schätzungen, die Heta und die österreichische Regierung bisher abgegeben haben. Damit wird klar, dass die Qualität der Vermögenswerte in den Büchern der Bad Bank noch einmal schlechter ist als bisher befürchtet. Als Heta im vergangenen Jahr gegründet wurde, wurden die Assets der Bank mit 18 Milliarden Euro bewertet.

Die Geschichte der Hypo Alpe Adria geht weit über den Alpenstaat Österreich hinaus und betrifft letztlich ganz Europa. Der Fall zeigt, wie schwierig und kostspielig es ist, mit Bankenpleiten umzugehen. Bei der Hypo Alpe-Adria gingen die Probleme im Jahr 2006 los. Drei Jahre später wurde die ehemalige BayernLB-Tochter dann verstaatlicht. Jahre später kämpft Wien immer noch mit der Abwicklung und dem Verkauf von Vermögenswerten.

Quelle: n-tv.de

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