Wirtschaft
Dauersonne und kräftiger Wind begünstigen den möglichen neuen Ökostrom-Rekord.
Dauersonne und kräftiger Wind begünstigen den möglichen neuen Ökostrom-Rekord.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 09. Mai 2016

Wohl neuer Deutschland-Rekord: Öko-Energie deckt Strombedarf fast komplett

Rund 90 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms liefern am Wochenende Solar- und Windkraftanlagen - ein neuer Höchstwert. Atom- und Kohlekraft seien überflüssig, schlussfolgern Experten. Aber der Rekord wird unter besonderen Bedingungen erzielt.

Wegen Dauersonne und kräftigem Wind ist am Sonntag vermutlich ein neuer Ökostrom-Rekord in Deutschland aufgestellt worden. Nach vorläufigen Daten seien um die 90 Prozent des Strombedarfs aus Solar- oder Windkraft gedeckt worden, sagte ein Sprecher des Forschungsinstituts Agora-Energiewende. Dass der Anteil so hoch war, lag auch an dem langen Himmelfahrtswochenende, wo der Verbrauch vergleichsweise niedrig ist. An der Strombörse rutschte der Preis für die Megawattstunde in den sonnenreichen Mittagsstunden so weit in den Minusbereich wie zuletzt im Winter 2012.

Für die Abnahme einer Megawattstunde wurde am kurzfristigen Spotmarkt - wo Geschäfte gegen sofortige Bezahlung und alsbaldige Lieferung getätigt werden - laut Agora bis zu rund 130 Euro bezahlt, um die Netze vor Überlastung zu schützen. Dass parallel mehrere Atomkraftwerke wegen Revision abgeschaltet waren, wirkte sich Agora zufolge kaum aus. Ein Sprecher des ostdeutschen Netzbetreibers 50Hertz sagte, das Netz sei trotz des Extremwetters stabil gewesen.

Kohlekraftwerke seien rechtzeitig heruntergefahren worden, und Windräder hätten in Ostdeutschland nur in vergleichsweise geringem Maße abgeschaltet werden müssen. Die Daten zeigten, dass Deutschland gut ohne Atomkraftwerke und zunehmend auch ohne Braunkohlekraftwerke auskommen könne, sagte der Agora-Sprecher. Dann könnten auch leichter solche Überschuss-Situationen vermieden werden. Agora versteht sich als unabhängiges Expertengremium, das die Energiewende in Deutschland begleitet.

Quelle: n-tv.de

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