Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft sprüht Funken - doch Experten warnen vermehrt vor einer Überhitzung.
Die deutsche Wirtschaft sprüht Funken - doch Experten warnen vermehrt vor einer Überhitzung.(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)
Montag, 10. Juli 2017

BIP-Prognose erhöht: Ökonomen warnen vor Überhitzungsrisiko

Es ist nicht die erste Warnung vor einer Überhitzung der deutschen Wirtschaft. Volkswirte der Deutschen Bank erhöhen erneut die Vorhersage für das BIP - das weiter über der normalen Auslastung liegt.

Nach Meinung von Experten der Deutschen Bank wächst das Risiko einer Überhitzung der deutschen Wirtschaft. Ökonomen des Geldhauses hoben ihre Vorhersage für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr von 1,3 auf 1,6 Prozent an. 2018 soll es 1,7 Prozent betragen.

Tatsächlich liege das Wachstumspotenzial von Europas größter Volkswirtschaft bei normaler Auslastung aber nur bei 1,2 Prozent, hieß es weiter. Diese Marke werde aber 2018 bereits das fünfte Jahr in Folge übertroffen.

"Der enge Arbeitsmarkt könnte bei den Anfang 2018 anstehenden Tarifverhandlungen zu steigenden Lohnabschlüssen von teilweise deutlich über 3 Prozent führen", zumal die langen Laufzeiten der auslaufenden Verträge eine "Nachschlagdebatte" befeuern könnten, betonten die Volkswirte und wiesen zudem auf die in Aussicht gestellten Steuersenkungen und höheren Staatsausgaben hin.

"Vor dem Hintergrund zusätzlicher fiskalischer Impulse nach der Bundestagswahl und einer weiterhin extrem lockeren Geldpolitik steigt das Überhitzungsrisiko zumindest in Teilbereichen der deutschen Volkswirtschaft zusehends an", schreiben die Experten.

Dass der anhaltende Aufschwung in eine starke Inflation mündet, befürchten die Ökonomen aber vorerst nicht. Die Teuerungsrate dürfte auch 2018 unter der Marke von 2 Prozent verharren, "nicht zuletzt, weil wir keine Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar mehr erwarten". Ein schwächerer Euro würde viele Importe - von Lebensmitteln bis zum Öl - verteuern.

Die Experten rechnen zudem mit einem anhaltenden Immobilienboom. Deren Preise dürften weiter steigen, "was zum ersten Mal in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte spürbare Vermögenseffekte für den Konsum auslösen könnte". Daher könne die Sparquote zurückgehen und der Konsum weiter angekurbelt werden.

Quelle: n-tv.de

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