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Rücknahmepflicht für alte E-Geräte: Onlinehandel bekommt kalte Füße

Ausgediente Elektrogeräte sollen nicht mehr in den Müll. Viel zu wertvoll sind ihre Rohstoffe. Die Bundesregierung plant eine neue Rücknahmeverordnung, die auch den Onlinehandel einschließen soll. Der fühlt sich dazu aber nicht in der Lage.

Der deutsche Onlinehandel warnt vor Gefahren und Risiken einer Rücknahmepflicht für alte Elektrogeräte. Er begründet es damit, dass Altgeräte unter Umständen "umweltschädliche, gesundheitsgefährdende oder leicht in Brand geratende Stoffe enthalten" können. Der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) hält es "in keinster Weise nachvollziehbar, warum dem Handel eine solche Expertenaufgabe auferlegt werden soll".

BVOH-Präsident Oliver Prothmann spricht von einer "zusätzlichen Sonderlast" im Vergleich zum stationären Handel, da eine unentgeltliche Rücknahme der Altgeräte die Übernahme der Versand- und Transportkosten einschließen würde. Besonders die Rücknahme sperriger oder schwerer Altgeräte brächte "erhebliche Zusatzkosten" mit sich.

Nach einem Vorschlag von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sollen Verbraucher alte Elektrogeräte wie Toaster, Handys oder Fernseher künftig leichter bei Händlern abgeben können. Die SPD-Politikerin will große Geschäfte zur Rücknahme verpflichten, damit die Geräte nicht im Hausmüll landen. Sie will ihren Gesetzentwurf am Mittwoch ins Kabinett einbringen und setzt damit europäische Vorgaben um.

Bisher ist die Rücknahme von Altgeräten für die Händler freiwillig. Künftig sollen große Händler mit einer Verkaufsfläche von mehr als 400 Quadratmetern alle kleinen Elektrogeräte wie etwa Fön oder Toaster zurücknehmen müssen. Will ein Kunde ein größeres Gerät zurückgeben - das an mindestens einer Kante mehr als 25 Zentimeter lang ist - muss der Händler es aber nur entgegennehmen, wenn der Verbraucher ein gleichwertiges Neugerät kauft.

Quelle: n-tv.de

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