Wirtschaft
Sedran plant die Aufholjagd: Opel soll die zweitgrößte Pkw-Marke werden.
Sedran plant die Aufholjagd: Opel soll die zweitgrößte Pkw-Marke werden.(Foto: REUTERS)

Da geht doch was: Opel-Chef setzt auf Export

Wenige Tage nach der Ankündigung des Produktions-Aus in Bochum kündigt Opel-Chef Sedran an, dass an einem Konzept für mehr Verkäufe gearbeitet wird. Betriebsrat wie Politik geben den "internen Handelsbeschränkungen" der Konzernmutter GM die Schuld an der Absatzschwäche.

Video

Der angeschlagene Autobauer Opel will durch Exporte zurück in die Erfolgsspur. Opel-Interimschef Thomas Sedran nannte in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" als chancenreiche Märkte Australien, Nordafrika, Russland, die Türkei und China. In Europa wolle Opel die zweitgrößte Pkw-Marke werden, sagte Sedran. Bislang liegen hier bei den Zulassungen VW und Renault vorn.

Erst vor wenigen Tagen hatte Sedran das Aus für die Autoproduktion im Werk Bochum für 2016 angekündigt und dies mit europaweiten Überkapazitäten begründet. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hatten daraufhin der Opel-Mutter General Motors vorgeworfen, sie halte Opel von wichtigen internationalen Exportmärkten wie China fern.

Sedran sagte nun der "Wirtschaftswoche", Opel arbeite an einem Konzept für mehr Verkäufe in China. Derzeit würden dorthin 5000 Autos im Jahr exportiert. Allerdings könne dort nur erfolgreich sein, wer vor Ort produziere. "Das hilft den Werken in Europa herzlich wenig", sagte er. Große Chancen habe Opel als deutsche Marke aber auch in Russland und der Türkei.

Langfristig machte Sedran Hoffnung, der bislang in Südkorea produzierte Kompakt-SUV "Mokka" könne auch in Europa vom Band laufen. Für das im Oktober in den Handel gekommene Modell gebe es bereits über 63 000 Bestellungen, sagte er. Kurzfristig sei dies aber technisch nicht möglich. Auf gute Resonanz stoße auch das in Eisenach produzierte neue Stadtauto "Adam", das im Januar in den Handel komme.

"Gute Jobchancen für Opelaner"

Die Bochumer Arbeitsagentur macht den rund 3000 Betroffenen in Bochum Hoffnungen für die Zeit nach 2016. Falls Opel bei der geplanten Schließung der Fahrzeugproduktion bleibt, hätten die Arbeiter gute Vermittlungschancen. Der Chef der Bochumer Arbeitsagentur, Luidger Wolterhoff, sagte dem "Focus", schon nach der Schließung des Nokia-Werkes 2009 seien viele Beschäftigte schnell wieder vermittelt worden. "Die Vermittlungsquote nach einem Jahr lag bei etwa 50 Prozent. Bei Opel-Mitarbeitern wird sie vermutlich höher liegen."

Der Bochumer Dezernent für Wirtschaftsförderung Paul Aschenbrenner verwies auf die Zukunftstechnologien wie Gesundheitstechnik und Geothermie am Standort, bei denen die Bochumer Hochschulen eine führende Rolle einnähmen.

Zuletzt waren im Bochumer Opel-Werk zwischen 2010 und Anfang 2012 insgesamt rund 1500 Arbeitsplätze abgebaut worden. Eine dafür eingerichtete Transfergesellschaft auf dem Werksgelände habe "sehr gute Vermittlungsergebnisse" erreicht, sagte ein Opel-Sprecher. Zahlen nannte er nicht. Nach Medienberichten sollen sie bei bis zu 70 Prozent liegen.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen