Wirtschaft
"Die Rettung von Opel muss in Europa passieren."
"Die Rettung von Opel muss in Europa passieren."(Foto: picture alliance / dpa)

Russland macht Sorgen: Opel kämpft um Einzug in Gewinnzone

Der Autobauer Opel will im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreiben. Laut Vorstandschef Neumann macht die GM-Tochter auch Fortschritte. Allerdings hat es Opel mit dem schwierigen russischen Markt zu tun.

Trotz schwieriger Marktbedingungen auf dem wichtigen russischen Markt hält Opel an einem bedeutenden Ziel fest: 2016 wollen die Rüsselsheimer wieder schwarze Zahlen schreiben. Das bekräftigte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann auf dem Genfer Automobilsalon.

Laut Neumann hat sich bei der General-Motors-Tochter einiges bewegt. Die strukturellen Kosten seien durch die Schließung des Bochumer Werks gesenkt worden, Materialkosten würden über den Einsatz globaler Plattformen und damit einhergehend dem Einsatz von Gleichteilen weiter optimiert. Auch beim Wachstum gebe es Fortschritte. Im vergangenen Jahr habe Opel in Europa doppelt so stark zugelegt wie der Markt. Allerdings mit dem Manko, dass der Markt leider nicht so stark gewachsen sei, wie ursprünglich angenommen, räumte er ein.

"Die Substanz ist da, wir haben neue Produkte, einen neuen Markenauftritt", sagte Neumann weiter. Auch viele wichtige Märkte in Europa würden sich wiederbeleben. Opel brauche allerdings weiteres Wachstum. Wenn das alles gelinge, "dann schreibt Opel 2016 schwarze Zahlen", sagte der Manager.

Investitionen in Russland liegen auf Eis

Allzu optimistisch blickt Neumann jedoch auch in diesem Jahr nicht auf die Märkte. In Europa werde es 2015, wenn überhaupt, nur ein "moderates Wachstum" geben, es werde sicherlich "kein gutes Wachstumsjahr". Opel wolle dabei jedoch wieder stärker wachsen als der Markt und Marktanteile hinzugewinnen. "Die Rettung von Opel muss in Europa passieren", bekräftigte er.

Pessimistisch schaut Neumann dagegen auf den russischen Markt, der für Opel einer der wichtigsten Absatzregionen ist. Opel habe die dortigen Investitionen auf Eis gelegt. Im Frühjahr steht das Werk in St. Petersburg für knapp zwei Monate still. Bereits in den vergangenen Monaten musste der Autobauer die Produktion auf dem einbrechenden Markt anpassen und sogar Jobs abbauen.

Zukünftig sollen weitere Wachstumsimpulse durch die Erneuerung der Modellpalette kommen. Zwischen 2014 und 2018, so das erklärte Ziel, sollen insgesamt 27 neue und überarbeitete Modelle auf den Markt kommen. Dazu zählt auch der Kleinwagen Karl, der in Genf vorgestellt wurde. Damit sei Opel in diesem Segment mit Corsa, Adam und nun dem Karl breit aufgestellt und habe das jüngste Portfolio in der Branche.

Trotzdem brauche es noch weitere Modelle, aber nicht unbedingt oberhalb des Insignia, sondern eher im SUV- und Crossover-Bereich, sagte Neumann. Die Rüsselsheimer wollten zwar auch ein weiteres Flaggschiff auf den Markt bringen, aber die Pläne dafür seien noch nicht ausgereift.

Quelle: n-tv.de

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