Wirtschaft
Das Opel-Werk Bochum: Seit Jahren gibt es Gerüchte über ein bevorstehendes Aus.
Das Opel-Werk Bochum: Seit Jahren gibt es Gerüchte über ein bevorstehendes Aus.(Foto: picture alliance / dpa)

Betriebrat gibt sich kämpferisch: Opel streicht Bochum-Jobs

Der Autohersteller Opel treibt Kosteneinsparungen und Stellenabbau voran. Am Standort Bochum soll das Getriebewerk geschlossen werden. Der Betriebsrat sieht hinter diesem Schritt nicht nur einen Verstoß gegen Tarifverträge. Es sollen Fakten für eine "Werksabwicklung" geschaffen werden.

Die Streichung hunderter Arbeitsplätze im Opel-Werk Bochum bringt den Betriebsrat auf die Barrikaden. Die Unternehmensleitung habe mitgeteilt, dass sie die Einigungsstelle wegen des Abbaus eines "Beschäftigungsüberhangs" anrufen werde, erklärte Betriebsratschef Rainer Einenkel. Begründung sei, dass die Getriebefertigung in Bochum Ende 2013 auslaufe. "Hier will das Unternehmen Fakten schaffen, um Werk II abzuwickeln", sagte Einenkel. Er warf Opel einen Verstoß gegen Tarifverträge vor. Die Bochumer Opel-Fabrik gilt seit längerem als von der Schließung bedroht.

Die General-Motors-Tochter hielt dem entgegen, das Ende der Getriebefertigung in Bochum sei bereits vor zwei Jahren vereinbart worden. Nun solle der mehrfach verschobene Plan umgesetzt werden. Der Betriebsrat pocht dagegen auf ein jüngeres Abkommen. Diesem zufolge stundet die Belegschaft dem Unternehmen ab November eine branchenweit vereinbarte Lohnerhöhung, im Gegenzug wird über den Erhalt aller Standorte verhandelt. In den Gesprächen solle es auch um eine Fortführung der Getriebefertigung in Bochum gehen, betonte Einenkel zu Reuters. Bislang sei darüber aber nicht verhandelt worden.

Einenkel verwies auf die Ruhr-Initiative, in der die nordrhein-westfälische Landesregierung und GM vereinbart hatten, dem Bochumer Werk eine Perspektive zu geben. Eine von GM-Vize Stephen Girsky und Wirtschaftsminister Garrelt Duin verabredete Arbeitsgruppe solle neben dem Erhalt der Fahrzeugproduktion auch die Fortsetzung der Getriebefertigung ausloten. Auch für die Entwicklung von Komponenten für Opel und andere Hersteller am Standort in der Ruhrgebietsstadt soll die Arbeitsgruppe Vorschläge machen.

Neues Sparpaket in den Verhandlungen

Gewerkschaft und Betriebsrat verhandeln bereits seit Monaten mit dem Opel-Vorstand über ein neues Sparpaket. Dabei geht es auch um die Zukunft des Bochumer Fahrzeugwerks, das Opel am liebsten nach dem Auslaufen des aktuellen Familienwagens Zafira Ende 2016 schließen möchte. In Bochum arbeiten insgesamt 3100 Menschen für Opel.

Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug hatte GM jüngst aufgefordert, sich von Überlegungen über Werksschließungen und Massenentlassungen in Deutschland zu verabschieden. Sonst werde sich die angeschlagene Marke nicht wiederbeleben lassen. Bei Opel häufen sich - wie bei anderen Massenherstellern auch - die Probleme, weil in den Krisenstaaten Südeuropas kaum neue Autos verkauft werden.

Opels Problem dabei ist, dass Europa der Heimatmarkt der GM-Tochter ist und man im Gegensatz zur konzerneigenen Konkurrenz von Chevrolet nich nach Asien expandieren darf. Opel fährt seit Jahren in der Verlustzone. Experten sehen die Schuld daran vor allem beim Management der Konzernmutter in Detroit.

Quelle: n-tv.de

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