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Wirtschaft

Dienstag, 13. Oktober 2009

Lage weiter "desolat": Optimisten lassen Luft raus

Börsenexperten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wieder etwas skeptischer. Die ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im Oktober überraschend auf 56,0 von 57,7 Punkten im Vormonat.
In den Konjunkturprognosen ist nur bedingt Musik drin.

In den Konjunkturprognosen ist nur bedingt Musik drin.
(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das war erst der zweite Rückgang in diesem Jahr, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Experten hatten mit einen Anstieg auf 58,3 Punkte gerechnet. "Die Konjunktur verbessert sich aber nur allmählich", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter 288 Finanzmarktexperten.

Zwar habe die Industrie zuletzt sechs Monate in Folge wieder mehr Aufträge eingesammelt. Andererseits seien die Exporte aber zuletzt überraschend gesunken. "Ungewiss ist zudem, wie sich der private Konsum entwickeln wird", hieß es beim ZEW. Die meisten Experten sagen für die kommenden Monaten einen spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit voraus, was die Konsumlaune deutlich dämpfen könnte.

"Kein Aufschwung in Sicht"

Die Lage beurteilten die Experten dagegen ein wenig besser als im Vormonat. Dieser Teilindex stieg um 1,8 auf minus 72,2 Punkte. Dennoch sei die konjunkturelle Situation "nach wie vor desolat und verbessert sich nur allmählich", schrieb das ZEW. Experten hatten mit einem deutlicheren Anstieg auf minus 69,0 Punkte gerechnet.

Der Eurokurs geriet nach Veröffentlichung des ZEW-Indikators unter Druck. Die Kurse am deutschen Aktienmarkt gaben ebenfalls nach. "Die Analysten sind ein wenig vorsichtig geworden", sagte Commerzbank-Experte Simon Junker. "In den nächsten Monaten rechnen wir jedoch wieder mit klaren Signalen, dass sich die Konjunktur aufhellt." Einen Boom wie in den Jahren vor der Finanzkrise ist nach den von Worten von BHF-Bank-Ökonom Gerd Hassel aber nicht in Sicht: "Wir sehen keinen richtigen Aufschwung, sondern eher eine Stabilisierung".

rts

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