Wirtschaft
Die Cloud-Dienste tragen nur langsam zum Oracle-Umsatz bei.
Die Cloud-Dienste tragen nur langsam zum Oracle-Umsatz bei.(Foto: picture alliance / dpa)

Erwartungen verfehlt: Oracle ist es noch nicht wolkig genug

Der US-Softwarekonzern Oracle bleibt erneut hinter den Prognosen. Als Gründe gelten Investitionen und ungünstige Wechselkurse. Zudem kämpft das Unternehmen mit den selben Problemen wie ein deutscher Konkurrent: Die Zukunft beginnt langsam.

Der Softwarekonzern Oracle enttäuscht mit seinen Drittquartalszahlen einmal mehr die Anleger. Der SAP-Konkurrent verbuchte zwar leichte Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis, verfehlte aber die Erwartungen. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel deutlich nach.

Dabei legte der Gewinn im Zeitraum von Dezember bis Februar auf Jahressicht um zwei Prozent auf 2,6 Milliarden US-Dollar zu. Je Aktie verdiente der Konzern auf bereinigter Basis 0,68 Dollar. Analysten hatten mit 0,70 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Hier hatten die Marktbeobachter 9,4 Milliarden Dollar prognostiziert.

Wechselkurse belasten

Für die gemessen an den Analystenerwartungen nur mageren Zuwächse bei Umsatz und Gewinn machte Oracle unter anderem Wechselkurseffekte verantwortlich. Der starke Dollar habe sowohl Umsatz als auch Ergebnis beeinträchtigt. Das Ergebnis je Aktie wäre ohne den Einfluss der Wechselkurse um zehn Prozent gestiegen, der Umsatz hätte um sechs Prozent zugelegt, teilte das Unternehmen mit.

Im vergangenen Jahr hatte Oracle die Anleger des Öfteren enttäuscht. Sowohl der Konzern aus dem kalifornischen Redwood Shores als auch der deutsche Konkurrent aus Walldorf haben mit dem Umbruch der Branche hin zu Miet-Software aus dem Internet zu kämpfen. Die sogenannten Cloud-Angebote sind zwar Wachstumsfelder für die beiden Rivalen. Allerdings müssen sie massiv investieren, um im Wettbewerb mit Konkurrenten wie dem reinen Cloud-Spezialisten Salesforce.com bestehen zu können. Das drückt auf die Marge.

Cloud-Umsätze fließen erst später

Darüber hinaus fließen die Umsätze bei Cloud-Anwendungen erst später. Denn bei webbasierter Software werden nur dann Gebühren fällig, wenn das Cloud-Produkt tatsächlich genutzt wird. Im Unterschied dazu wird fest installierte Software bereits beim Kauf bezahlt oder es fallen Lizenzgebühren für die Nutzungsrechte an.

Anfang das Jahres hatte SAP bereits wegen hoher Investitionen einen zurückhaltenden Margenausblick geliefert, auch wenn das Geschäft mit webbasierter Software bei den Walldorfern kräftig wächst.

Ein deutliches Wachstum bei Cloud-Anwendungen wies auch Oracle im dritten Geschäftsquartal aus. Bereinigt um Wechselkurseffekte ging es in diesem Bereich um 25 Prozent nach oben. Auch im traditionellen Geschäft konnte Oracle zulegen. Die Umsätze mit neuen Software-Lizenzen legten um vier Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar zu, die Einnahmen mit Software-Aktualisierungen kletterten um fünf Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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