Wirtschaft

SAP soll mehr zahlenOracle lässt nicht locker

03.09.2012, 20:24 Uhr
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Der fünf Jahre lange Datenklau-Streit zwischen SAP und Oracle geht in eine nächste Runde. Die Amerikaner legen Berufung gegen die im August vereinbarte Schadenersatzzahlung ein.

Oracle lässt im Rechtsstreit

mit seinem Erzrivalen SAP nicht locker: Das jahrelange Verfahren zwischen den beiden

Konzernen um den Diebstahl von Software-Daten geht vor einem US-Berufungsgericht

in die nächste Runde. Oracle habe Berufung eingelegt, sagte ein SAP-Sprecher. Damit steht dem Weltmarktführer für Unternehmenssoftware

eine Verlängerung der jahrelangen Hängepartie ins Haus: "Schlechtestenfalls

dauert das Berufungsverfahren zwei Jahre", sagte der SAP-Sprecher. Das Verfahren

komme vor ein Berufsgericht in San Francisco.

"Wir sind enttäuscht,

dass Oracle diesen Rechtsstreit weiter hinauszieht", sagte der Sprecher. "Wir

hatten uns auf eine vernünftige Regelung geeinigt, denn wir glauben, dass dieser

Fall schon lange genug andauert." SAP wolle den Rechtsstreit "so schnell

wie möglich zum Abschluss bringen".

In erster Instanz hatte

SAP in dem seit 2007 anhängigen Gerichtsverfahren eine herbe Schlappe kassiert und

war von einem Geschworenengericht wegen unerlaubter Daten-Downloads zu einem Rekordschadenersatz

von 1,3 Mrd. Dollar verurteilt worden. Eine Berufsrichterin kassierte diesen Juryspruch

jedoch im vergangenen Jahr als "völlig überzogen" und kürzte den an Oracle

zu zahlenden Schadenersatz auf 306 Mio. Dollar.

Diese Summe akzeptierte

Oracle Anfang August, legte aber nun Berufung ein, um in zweiter Instanz - vor einem

neuen Gericht - von SAP eine höhere Entschädigung für unerlaubte Software-Downloads

durch eine inzwischen liquidierte US-Tochter zu erreichen. SAP war anfänglich von

einer Schadenersatzsumme von 40 Mio. Euro ausgegangen, Oracle schwebt weiter eine

Entschädigung in Milliardenhöhe vor.

Der Anlass für den Clinch

zwischen SAP und seinem größten Rivalen im Markt für Unternehmenssoftware liegt

schon Jahre zurück. SAP hatte 2005 den kleinen und unrentablen Software-Dienstleister

TomorrowNow erworben: Mit dessen Hilfe sollten Oracle Kunden abspenstig gemacht

werden, da TomorrowNow die Software-Wartung billiger anbot und SAP wechselwillige

Kunden mit Vergünstigungen köderte. 2007 verklagte Oracle allerdings SAP auf Schadenersatz,

da TomorrowNow im Rahmen der erlaubten Software-Wartung für gut 300 Kunden mit Oracle-Software

illegal auf Datenbanken von Oracle zugriff.

SAP übernahm nach anfänglichen

Dementis die Verantwortung für die Fehltritte der US-Tochter und entschuldigte sich

bei Oracle. Wegen des Datendiebstahls brummten die US-Justizbehörden SAP im Spätsommer

vergangenen Jahres auch noch eine Strafzahlung über 20 Millionen Dollar auf. Die

verantwortlichen Manager bei TomorrowNow und bei SAP kamen ohne strafrechtliche

Konsequenzen davon.

Quelle: ntv.de, jga/dpa/rts