Wirtschaft

Acme landet im Einkaufskorb: Oracle macht Milliarden locker

Kaum ein Technologieunternehmen ist so bekannt für aggressives Wachstum durch Übernahmen wie Oracle. Nun legt der US-Konzern sein nächstes Riesengeschäft auf den Tisch. Der Netzwerkausrüster Acme soll die Dienste von Oracle sicherer machen. Analysten zweifeln jedoch daran, ob der Konzern aufs richtige Pferd setzt.

(Foto: REUTERS)

Der Software-Gigant Oracle verstärkt sich mit einem milliardenschweren Zukauf im Bereich des Datenverkehrs über das Internet. Der SAP-Rivale übernimmt für rund 1,7 Mrd. Dollar den Netzwerkausrüster Acme Packet. Oracle verspricht sich mit dem größten Zukauf seit rund drei Jahren Verbesserungen beim sicheren Transfer von Daten durch internetbasierte Netzwerke. So will sich das Unternehmen im Wettbewerb mit dem weltgrößten Netzwerkausrüster Cisco Systems stärken. In Medienberichten war vergangenes Jahr sogar darüber spekuliert worden, dass Cisco selbst ein Auge auf Acme geworfen hat. Geworden ist daraus aber nie etwas.

Je Aktie beläuft sich der Kaufpreis auf 29,25 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 22 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Im Rahmen des Deals wird der Netzwerkausrüster mit 2,1 Mrd. Dollar bewertet, abzüglich der Barbestände sind es noch 1,7 Mrd.. Das Acme-Management hat sich für die Übernahme ausgesprochen. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2013 abgeschlossen werden.

Lange Einkaufsliste

Der langjährige Oracle-Chef Larry Ellison hat den Umsatz durch zahlreiche Zukäufe massiv gesteigert. Zuletzt hatte der Konzern im Dezember Eloqua, einen Spezialisten für Cloud Computing, für 810 Mio. Dollar erworben. Insgesamt waren es 2012 fast ein Dutzend Übernahmen. Acme ist die größte Akquisition seit Sun Microsystems 2010. Damals legte Oracle rund sieben Mrd. Dollar auf den Tisch.

Die aktuelle Übernahme zielt aber in eine andere Richtung, die Steuerung des Datenverkehrs im Netz. Ob sich der Erwerb für Oracle rechnen wird, beurteilen Beobachter mit einer gewissen Skepsis. Ein Analyst sieht Acme vor schwierigen Zeiten. Das Unternehmen habe lange eine dominante Position in der Steuerung des Datenverkehrs im Festnetz gehabt. Im stark wachsenden Mobilfunkbereich sehe die Erfolgsgeschichte aber schon schwächer aus, sagen Analysten der japanischen Bank Mizuho. Zudem werde der Wettbewerb härter.

Acme leidet momentan unter der schwachen Nachfrage der Telekom-Kunden. Der Umsatz war zuletzt stark rückläufig und erreichte 2012 knapp 275 Mio. Dollar. Das Unternehmen schrieb dabei rote Zahlen. Die Aktien hatten vergangenes Jahr 18 Prozent an Wert verloren.

Acme stellt Ausrüstung für Netzwerkbetreiber her, die die Übertragung von Sprache, Videos und sonstigen Daten beschleunigt. Zu den deutschen Marktteilnehmern in diesem Bereich gehört Adva Optical Networking.

Quelle: n-tv.de

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