Wirtschaft
Mark Hurd bildet mit Safra Catz die neue Doppelspitze im Konzern. Gründer und "Urgestein" Larry Ellison bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsrats-Vorsitzender erhalten.
Mark Hurd bildet mit Safra Catz die neue Doppelspitze im Konzern. Gründer und "Urgestein" Larry Ellison bleibt dem Unternehmen als Verwaltungsrats-Vorsitzender erhalten.(Foto: REUTERS)

Gute Zahlen aus der Cloud: Oracle überrascht mit Umsatzplus

Personalrochaden, Rechtsstreitigkeiten - alles Schnee von gestern. Oracle trumpft im Cloud-Geschäft auf. Die Milliarden-Zukäufe zahlen sich aus: Der Bereich gleicht die Schwächen in anderen Sparten aus. Börsianer freut's.

Der Softwarekonzern Oracle hat mit seinem jüngsten Quartalsbericht endlich einmal nicht enttäuscht. Zum ersten Mal seit einem Jahr hat der SAP-Konkurrent mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Das kräftige Umsatzplus verdankt das Unternehmen vor allem seinem mittlerweile starken Cloud-Geschäft.

Für das zweite Quartal gab der US-Softwarekonzern nach Börsenschluss einen Gesamtumsatz von 9,6 Milliarden Dollar bekannt, das entspricht einem Plus von 3,5 Prozent. Die Dienstleistungen im Internet legten dabei um 45 Prozent auf rund 516 Millionen Dollar zu. Damit macht es immer noch einen relativ überschaubaren Anteil der Oracle-Erlöse aus.

Der Nettogewinn schrumpfte auf 2,5 Milliarden von 2,55 Milliarden Dollar zwar nach, blieb aber je Aktie betrachtet mit 0,56 Dollar unverändert. Oracle-Aktien reagierten auf die Nachricht im nachbörslichen Handel mit einem Kurssprung von 4,3 Prozent. Am Markt waren etwas niedrigere Erlöse und noch weniger Gewinn erwartet worden.

Milliarden-Investitionen zahlen sich aus

Oracle richtet das Geschäft aggressiv auf Cloud-Dienste aus, bei denen Software, Daten und Rechenleistung direkt auf dem Netz bereitgestellt werden. Dafür gab der Spezialist für Unternehmenssoftware und Datenbanken Milliarden für Übernahmen aus. 

Das Hardware-Geschäft läuft dagegen seit Jahren schlecht. Auch beim zentralen klassischen Indikator für das künftige Geschäft in der Branche - dem Verkauf neuer Software-Lizenzen - gab es im vergangenen Quartal einen Rückgang von rund vier Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar.

Oracle hatte vor einigen Monaten mit personellen Veränderung für Aufsehen gesorgt. Im September übergab Oracle-Gründer Larry Ellison die Konzernführung an seine langjährigen Stellvertreter Mark Hurd und Safra Catz. Er spielt als Verwaltungsrats-Vorsitzender weiter eine gewichtige Rolle und ist als Technologiechef auch im operativen Geschäft aktiv.

Erst im November legte Oracle einen seit Jahren laufenden Urheberrechtsstreit mit SAP bei. Im Rahmen der Einigung zahlt SAP knapp 360 Millionen Dollar an Oracle. Die Amerikaner hatten allerdings ursprünglich 1,3 Milliarden Dollar gefordert, was ein Gericht im August als unangemessen bezeichnete.

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Quelle: n-tv.de

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