Wirtschaft

Mehrkosten werden aufgefangen: Panamakanal wird weiter ausgebaut

Rund 7 Milliarden Euro sind für den Ausbau der Panamakanals veranschlagt. Doch ungeplante Mehrkosten kommen hinzu, über die gestritten wird. Nun ist dafür eine Lösung gefunden worden.

Panama-Kanal in der Provinz Colon.
Panama-Kanal in der Provinz Colon.(Foto: imago/Xinhua)

Der wegen streitiger Finanzen gestoppte Ausbau des Panamakanals kann jetzt offenbar weitergehen. Panama und das Konsortium europäischer Firmen, die sich seit Wochen über die Aufteilung von ungeplanten Mehrkosten streiten, haben eine vorläufige Einigung erzielt, mit der das Milliardenprojekt vollendet werden kann.

Eine endgültige Einigung zwischen beiden Seiten muss zwar noch unterzeichnet werden, doch kündigten beide Seiten an, das könne schon am Wochenende geschehen. Bis Ende 2015 soll die etwa 80 Kilometer lange künstliche Wasserstraße, die die Landenge von Panama zwischen Nord- und Südamerika durchschneidet, verbreitert werden.

Mit dem rund 7 Milliarden Euro teuren Ausbauvorhaben für die inzwischen 100 Jahre alte Wasserstraße war 2007 begonnen worden. Dabei wird der Kanal vertieft und verbreitert, so dass auch größere Schiffe der sogenannten Post-Panamax-Klasse sie passieren können. Panama rechnet nach der Fertigstellung mit Gebühreneinnahmen, die deutlich über dem aktuellen Niveau von rund 1,37 Milliarden Euro liegen.

Auch die USA, die die Wasserstraße bis 1914 gebaut hatten und ihr größter Nutzer sind, haben großes Interesse an dem Ausbau: Mit ihm wird es möglich werden, das reichlich in den USA vorhandene Erdgas in verflüssigter Form mit riesigen Transportschiffen von der amerikanischen Ostküste zu den Abnehmern in Asien zu bringen.

Höhere Kosten durch geologische Probleme

Die geplante Baufertigstellung im nächsten Jahr stand Anfang Januar plötzlich in Frage, als das mit den Baumaßnahmen beauftragte Konsortium GUPC unter der Führung des spanischen Konzerns Sacyr drohte, aus dem Projekt auszusteigen. Grund waren unerwartet aufgetretene geologische Probleme, die zu Mehrkosten von rund 1,6 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 2,2 Milliarden Euro, führten.

GUPC wollte zunächst von Panama die gesamten Mehrkosten bezahlt haben. Die Regierung lehnte das ab, nahm aber Verhandlungen mit dem Konsortium auf. Panama schlug zunächst vor, dass beide Seiten zur Deckung der anfänglichen Zusatzkosten zunächst jeweils einige hundert Millionen Dollar einzahlen. Als die Verhandlungen sich im Januar und Februar in die Länge zogen, ließ das Konsortium alle laufenden Arbeiten am Kanal ruhen. Vergangene Woche wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, nachdem sich ein Kompromiss zwischen beiden Seiten abzeichnete.

Die jetzt gefundene Einigung stelle die Fertigstellung des Ausbauprojekts "zu Konditionen sicher, die exakt dem entsprechen, was wir von Anfang an gefordert haben", erklärte der Direktor der Kanalbehörde, Jorge Quijano, in einer Stellungnahme. Das Konsortium GUPC, zu dem neben der spanischen Sacyr unter anderem auch die italienische Salini Impregilo gehört, betonte demgegenüber, mit der Übereinkunft "werde das Ziel von GUPC erreicht, ein vorläufiges gemeinsames Finanzierungskonzept zu erstellen, das die Fertigstellung der Arbeiten sicherstellt, während ein Schlichtungsverfahren über die endgültige Aufteilung der Mehrkosten läuft."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen