Wirtschaft
Eigentlich soll Jeroen Dijsselbloem (li.) schon bald Jean-Claude Juncker als Chef der Euro-Gruppe beerben, doch Frankreich bremst.
Eigentlich soll Jeroen Dijsselbloem (li.) schon bald Jean-Claude Juncker als Chef der Euro-Gruppe beerben, doch Frankreich bremst.(Foto: picture alliance / dpa)

Dijsselbloem soll Euro-Pläne erklären: Paris bremst Juncker-Nachfolge

Eigentlich soll der niederländische Finanzminister Dijsselbloem am Montag neuer Chef der Euro-Gruppe werden. Doch nun legt Frankreich offenbar sein Veto ein: Die Franzosen fordern vom Nachfolger des luxemburgischen Premiers Jean-Claude Juncker einen Euro-Offenbarungseid.

Frankreich will die Ernennung eines neuen Chefs der Eurogruppe offenbar verzögern. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici äußerte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" Vorbehalte gegen die schnelle Ernennung des niederländischen Finanzministers Jeroen Dijsselbloem. Moscovici bemängelte, es gebe bisher noch gar kein offizielles Bewerbungsverfahren für die Nachfolge. Eine Entscheidung könne deshalb frühestens im Februar fallen.

Die Personalie soll eigentlich am Montag offiziell beschlossen werden. Die Euroländer hatten sich informell auf Dijsselbloem als neuen Chef der Finanzministerrunde geeinigt. Er soll den langjährigen Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker beerben.

Moscovici kritisierte, dass Dijsselbloem seine "Vision" von der künftigen Wirtschafts- und Finanzpolitik im Euroraum bislang nicht ausreichend dargelegt habe. Der Niederländer solle sich dazu schriftlich festlegen. Moscovici sagte aber auch, er lehne die Kandidatur Dijsselbloems nicht grundsätzlich ab. Dieser sei "sympathisch und intelligent".

Juncker will Dijsselbloem am Freitag in Luxemburg empfangen. Bei dem Treffen gehe es "um die finanzielle und wirtschaftliche Lage der Eurozone sowie um die Vorbereitung des nächsten Treffens der Eurogruppe" am Montag in Brüssel, teilte die luxemburgische Regierung mit. Juncker will den Vorsitz der Eurogruppe dann abgeben. Er stand acht Jahre lang an der Spitze des Gremiums.

Quelle: n-tv.de

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