Wirtschaft
Geduldsprobe: Pendler warten im Berufsverkehr an einer U-Bahn-Station in Peking.
Geduldsprobe: Pendler warten im Berufsverkehr an einer U-Bahn-Station in Peking.(Foto: REUTERS)

23 Millionen sind genug: Peking deckelt seine Bevölkerung

Umweltverschmutzung, Dauerstau, Versorgungsengpässe: Peking hat mit gewaltigen Problemen zu kämpfen. Die Lösung der Stadtverwaltung? Viele Einwohner sollen die Hauptstadt verlassen.

In Peking sollen künftig höchstens 23 Millionen Menschen leben. Im Jahre 2020 werde diese Zahl voraussichtlich erreicht und solle dann nicht mehr überschritten werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua und berief sich auf Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und der Kommunistischen Partei. Die Begründung: Die Ressourcen wie beispielsweise Wasser würden für mehr Menschen nicht reichen. Außerdem leidet Peking unter immenser Luftverschmutzung, es droht ein Verkehrsinfarkt.

Den Angaben zufolge hatte Chinas Hauptstadt im vergangenen Jahr eine Bevölkerungszahl von 21,7 Millionen, in diesem Jahr soll sie auf maximal auf 22 Millionen klettern. Das solle vor allem dadurch gelingen, indem viele Einwohner in Vororte und in Städte im Großraum Peking ziehen, sagte Bürgermeister Wang Anshun. In der Innenstadt sollen in fünf Jahren 15 Prozent weniger Menschen leben als 2014.

Um das Umland attraktiver zu machen und die Hauptstadt zu entlasten, sollen viele Fabriken und einige Verwaltungsorgane das Zentrum Pekings verlassen. Alleine in diesem Jahr würden 300 Unternehmen, darunter vor allem Fabriken, ins Umland ziehen, so Xinhua. Dann sollen Logistikzentren und Großhändler folgen. "Es war schwierig, die Leute einfach herauszudrängen, ohne angemessene Alternativen anzubieten", wird Vize-Bürgermeister Li Shixiang zitiert.

Der Zustrom ebbt ab

Zahlreiche Chinesen versuchen, nach Peking zu ziehen. Die Hauptstadt ist das ökonomische politische und kulturelle Zentrum des Landes. Die Provinz ist trotz des jahrelangen Wirtschaftsbooms der Volksrepublik häufig unterentwickelt.

In den vergangenen fünf Jahren sei es gelungen, den Zustrom in die Hauptstadt dennoch zu reduzieren, hieß es. Pro Jahr sei die Bevölkerung um zwei Prozent gewachsen – nach einem Plus fünf Prozent in den Jahren zuvor.

Quelle: n-tv.de

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