Wirtschaft
Fashion Week in BErlin: Hugo
Fashion Week in BErlin: Hugo(Foto: picture alliance / dpa)

Hugo Boss soll attraktiver werden: Permira-Plan floppt

2007 steigt Permira bei Hugo Boss ein. Nach längerer Durststrecke schafft der Modekonzern danach die Wende, wächst wieder und erzielt Rekordergebnisse. Der Jahresstart 2013 lässt jedoch zu wünschen übrig. Dafür wartet Hugo Boss mit einer anderen Überraschung auf, die allerdings nicht so recht zünden will.

Der Finanzinvestor Permira hat offenbar Probleme, neue Investoren für eine Zehn-Prozent-Beteiligung am Modekonzern Hugo Boss zu finden. Die sieben Millionen Aktien wurden von der Investmentbank Morgan Stanley seit Donnerstagabend zum Preis von 89,25 bis 90,50 Euro angeboten, an der Börse notierten sie aber mit 87,30 Euro deutlich darunter.

Nun versucht Permira die Anleger mit Zugeständnissen zu locken: Der Investor verpflichtete sich, seine verbleibenden 56 Prozent an Hugo Boss für mindestens weitere neun statt für sechs Monate zu halten, wie der Metzinger Konzern mitteilte. Offenbar fürchteten Investoren verstärkten Preisdruck auf die Aktie, wenn Permira seinen Ausstieg in nächster Zeit fortsetzt.

Durch die Platzierung wird sich der Streubesitz von Hugo Boss auf rund 30 Millionen Aktien erhöhen. Dies entspricht rund 42 Prozent des Grundkapitals. Durch den höheren Streubesitz erhofft sich Hugo Boss eine höhere Attraktivität der Aktie bei institutionellen Investoren sowie eine stärkere Gewichtung im MDax.

Winter bremst Quartal

Permira war 2007 durch die Übernahme der damaligen Hugo-Boss-Mutter Valentino bei dem Unternehmen in Metzingen eingestiegen und hat im Laufe der Jahre seinen Anteil reduziert. Nach längerer Durststrecke ist der Modekonzern seit einigen Jahren wieder auf Wachstumskurs und erzielt Rekordergebnisse.

Der Jahresstart hätte aber besser ausfallen können: Der lange Winter bremste die Geschäfte im 1. Quartal. Durch die kühle Witterung sei das Geschäft mit Frühjahrsmode nur langsam in Schwung gekommen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 593,5 Mio. Euro. Dabei habe sich auch die Umstellung von zwei auf vier Kollektionen pro Jahr ausgewirkt, durch die es zu Umsatzverschiebungen zwischen den Quartalen komme. Der Gewinn ging um 14 Prozent auf 82 Mio. Euro zurück.

Der Konzern sieht sich insgesamt aber auf Kurs und setzt vor allem auf ein starkes zweites Halbjahr. Der Umsatz soll 2013 im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen.

Aktienkurs fällt

Die Titel gaben an der Frankfurter Börse mehr als 5 Prozent nach. "Wir haben uns schon gewundert, warum die Aktien auf die schlechten Zahlen hin so gestiegen sind", sagt ein Händler mit Verweis auf das Plus am Donnerstag. Dabei dürften die Kurse nach oben gepflegt worden sein, um die Aktie zu stützen. "Schließlich soll heute eine Platzierung von 7 Millionen Aktien untergebracht werden", sagt ein Händler. Bei einem durchschnittlichen täglichen Marktvolumen von unter 200.000 Stück könnte dies für ordentlich Druck sorgen.

Der Platzierungspreis soll bei 89,25 zu 90,50 Euro liegen, sagte ein anderer Händler: "Das ist genau an der kritischen 90er-Marke und muss unbedingt verteidigt werden." Ansonsten könnten Anschlussverkäufe drohen. Hinzu kommt, dass die Deutsche Bank die Aktie nach den Quartalszahlen auf "Hold" nach "Buy" abgestuft hat.

Quelle: n-tv.de

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