Wirtschaft
Die Deutsche Bank will sich zur Klage der Stadt Pforzheim bisher nicht äußern.
Die Deutsche Bank will sich zur Klage der Stadt Pforzheim bisher nicht äußern.(Foto: picture alliance / dpa)

"Fehlerhafte Anlageberatung": Pforzheim verklagt die Deutsche Bank

Es geht um nicht weniger als 20 Millionen Euro, die Pforzheim von der Deutschen Bank einklagen will. Die badische Stadt hatte sich vor zehn Jahren mit hochspekulativen Derivategeschäften verzockt - und sieht sich von der Bank schlecht beraten.

Die Stadt Pforzheim hat wegen verlustreicher Zinsgeschäfte Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Es gehe um Schadenersatz aus Derivategeschäften in Höhe von rund 20 Millionen Euro - plus Zinsen, teilte die Stadtverwaltung mit. Pforzheim hatte den Angaben zufolge in den Jahren 2004 und 2005 auf Initiative der Deutschen Bank Geschäfte abgeschlossen, die der Stadt Millionenverluste einbrachten. Der Gemeinderat hatte bereits im Oktober mit großer Mehrheit für eine Klage wegen "fehlerhafter Anlageberatung" gestimmt.

Die Deutsche Bank sieht sich jedoch nicht als Schuldige - deshalb sei es bisher nicht zu einem Vergleich gekommen, teilte die Stadt mit. Öffentlich will sich das Kreditinstitut nicht zu dem Fall äußern. Die Klageschrift wurde aber nach Angaben der Stadtverwaltung am Unternehmenssitz in Frankfurt am Main eingereicht. Eine Bestätigung des Landgerichts gibt es bisher nicht.

Im Detail wirft die Stadt der Deutschen Bank vor, ihr zur Zinssicherung hochspekulative Geschäfte angedient zu haben, ohne sie über die hohen Risiken aufzuklären. Bei sogenannten Zinsswaps wird in Verträgen mit Banken auf steigende oder fallende Zinsen gesetzt. Um ihren Schuldenberg abzubauen, hatten sich in der Vergangenheit etliche deutsche Kommunen auf Zinsswaps eingelassen. Dabei wetteten sie darauf, dass die langfristigen Zinsen stärker steigen als die kurzfristigen. Tritt dann aber das Gegenteil ein, drohen hohe Verluste.

Die Geschäfte kosteten etliche Mittelständler, kommunale Unternehmen und Kommunen viel Geld. Betroffen waren unter anderem Würzburg und Hagen. Auch Pforzheim hatte in den Jahren 2004 und 2005 viel Geld verloren: Die Verluste summierten sich auf 57 Millionen Euro. Im Dezember 2014 hatte sich die Stadt bereits mit der US-Bank JP Morgan auf einen Vergleich vor dem Landgericht Frankfurt geeinigt, der der Kommune zwei Drittel ihrer Verluste aus Zinswetten (37 Millionen Euro) ersetzte. Pforzheim war die riskanten Geschäfte mit JP Morgan eingegangen, um Verluste aus den Zinsgeschäften mit der Deutschen Bank gegenzufinanzieren.

Quelle: n-tv.de

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