Wirtschaft
Das Verständnis für die Lufthansa-Piloten hält sich bei den Flughafenbetreibern in Grenzen.
Das Verständnis für die Lufthansa-Piloten hält sich bei den Flughafenbetreibern in Grenzen.(Foto: imago/Ralph Peters)

Flughafenverband will Lösung: Piloten-Streik kostet Millionen

Stillstehende Flieger, leere Parkplätze, ruhige Geschäfte: Der Piloten-Streik bei der Lufthansa kommt die Flughäfen teuer zu stehen. Der Flughafenverband will, dass die Streithähne schnell zu Verhandlungen zurückkehren. Doch die tasten sich erstmal vor.

Der dreitägige Streik der Lufthansa-Piloten hat die deutschen Flughäfen nach Berechnungen des Flughafenverbands einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. "In den Kassen der Flughäfen fehlen die Entgelte der Flugzeuge, die nicht abheben konnten", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, in Berlin. Und das ist schmerzlich spürbar: "Die Flughäfen bewegten sich ohnehin schon in einem extrem angespannten wirtschaftlichen Umfeld", so Beisel.

Zudem fehlten den Flughäfen auch die Einnahmen der Passagiere, die durch den Streik gar nicht zu den Flughäfen kamen. So hätten diese weder geparkt, noch eingekauft oder andere Dienstleistungen der Flughäfen genutzt. Insgesamt sei das eine enorme Belastung für die Flughäfen.

Zufrieden zeigte sich der Flughafenverband aber mit dem Streikmanagement. Durch die frühe Ankündigung und das professionelle Management von Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern seien die Auswirkungen so gering wie möglich gehalten worden. Nun müssten Lufthansa und die Vereinigung Cockpit schnell eine Lösung finden. "Es darf keine weiteren Streiks geben", erklärte Beisel. Die Politik müsse auch Rahmenbedingungen schaffen, "die helfen, Streikexzesse einzudämmen".

Lieber hinter verschlossenen Türen als am Tisch

Noch haben die Tarifpartner nach dem dreitägigen Streik der Lufthansa-Piloten allerdings keine neuen Verhandlungen aufgenommen. Es gebe zwar Kontakte, aber keinen konkreten Termin für eine nächste Runde, erklärten Vertreter der Lufthansa wie auch der Vereinigung Cockpit in Frankfurt übereinstimmend. "Wir wollen die Tarifverhandlungen nicht über die Öffentlichkeit führen", sagte die VC-Tarifexpertin Ilona Ritter. Jetzt führten Gespräche hinter verschlossenen Türen eher zum Ziel.

Die Lufthansa hatte es nach dem Piloten-Streik abgelehnt, ein neues Angebot vorzulegen. Im Kern geht es um die Übergangsrenten und höhere Gehälter für die rund 5400 Piloten der Lufthansa, von Germanwings und Lufthansa Cargo. Als Folge des Streiks hatte Lufthansa in der vergangenen Woche 3800 Flüge abgesagt und 425.000 Passagiere auf andere Verbindungen verwiesen.

Quelle: n-tv.de

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