Wirtschaft
Eine Skyline mit Geschichte: Aber wie sieht die Zukunft von Detroit aus?
Eine Skyline mit Geschichte: Aber wie sieht die Zukunft von Detroit aus?(Foto: REUTERS)

Bankrott genehmigt, Pensionen im Blick: Pleite-Detroit wird zum Präzedenzfall

Detroit ist der größte Pleitefall einer amerikanischen Stadt. Auch deshalb, weil neben dem Niedergang der US-Automobilindustrie die Pensionslast gestiegen ist. Ein Gerichtsurteil macht nun nicht nur Detroit Hoffnung.

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Die gefallene Hauptstadt der US-Autoindustrie, Detroit, darf offiziell ihren Bankrott erklären. Neun Monate, nachdem die Stadt Gläubigerschutz beantragt hat, machte Richter Steven Rhodes den Weg frei für eine geordnete Insolvenz. Die Stadt kann damit ihre milliardenschweren Schulden neu ordnen. Der Richter befand, dass die Stadt schon vor dem Antrag auf Gläubigerschutz im Juli insolvent war.

Der Richter sah auch keine realistischen Möglichkeit, die Streitigkeiten mit den vielen Gläubigern außergerichtlich zu regeln. Detroit hat rund 100.000 Gläubiger. Mit diesem Urteil in der Hand können die Stadtväter beginnen, die langfristigen Schulden von rund 18 Milliarden US-Dollar zu restrukturieren. Detroit ist der größte Pleitefall einer amerikanischen Stadt.

Ein Rechtsanwalt der Stadt kündigte bei der Verhandlung an, dass ein Umschuldungsplan vor dem Fristende am 1. März vorgelegt werden soll. Gewerkschaften, Pensionsfonds und ein Komitee für die Ruheständler der Stadt, die gegen die offizielle Bankrotterklärung waren, dürften in Berufung gehen. Damit könnte sich der Fall um weitere Monate verlängern.

Detroit hatte in den vergangenen Jahrzehnten einen einzigartigen Niedergang erlebt, weil mit den Krisen der Autoindustrie viele Fabriken schlossen und Tausende ihre Jobs verloren. Die Einwohnerzahl wie auch die Steuereinnahmen schrumpften beträchtlich.

Präzedenzfall Detroit

Der Richter urteilte, dass das Gericht künftige Zahlungen an die Pensionssysteme der Stadt kürzen könnte, ein Befund, der auf heftigen Widerstand der Gewerkschaften, Ruheständler und Pensionsfonds stößt.

Das Schicksal der Pensionisten wird in den ganzen USA genau beobachtet, weil viele Städte und Gemeinden vor ähnlichen Problemen stehen. Der Fall von Detroit könnte zum Präzedenzfall werden, wie weit eine Stadt gehen kann, um untragbar hohe Pensionslasten in den Griff zu bekommen.

In Illinois haben die Landespolitiker in der vergangenen Woche einen Plan präsentiert, um eine Lücke von geschätzt 100 Milliarden Dollar in der Pensionskasse zu schließen. Dabei wurde unter anderem die Formel zur Berechnung der Lebenshaltungskosten geändert und das Renteneintrittsalter erhöht.

Quelle: n-tv.de

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