Samstag, 05. Februar 2011
US-Lebensmittelriese Kraft fordert: Politik soll Kaffeepreis bremsen
Der rasante Preisanstieg beim Rohkaffee bereitet Lebensmittelriesen offenbar derart große Schwierigkeiten, dass sie zu ungewohnten Mitteln greifen: Jacobs-Anbieter Kraft fordert nun eine gesetzliche Regulierung des Kaffeepreises, um dem Anstieg Einhalt zu gebieten.Wegen der stark gestiegenen Preise für Rohkaffee hat der Nahrungsmittelkonzern Kraft Foods die Bundesregierung zum Eingreifen aufgefordert. "Kaffee ist seit einem halben Jahr eine der Top-Wetten der Finanzwelt geworden", sagte Hubert Weber, Chef des Kaffeegeschäfts von Kraft Foods in Europa, der "Welt am Sonntag". Wer nicht wolle, dass dadurch Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben würden, müsse den Markt regulieren.
Weber forderte mehr Transparenz im Kaffeehandel: Wie in den USA müsse auch in Deutschland ein Gesetz dafür sorgen, dass Händler, die an den Börsen mit Lebensmitteln Geschäfte machen, zu identifizieren seien. Kraft gehört mit Marken wie Jacobs oder Hag zu den größten Kaffee-Verkäufern.
Der Rohkaffeepreis ist in den vergangenen Monaten um 50 Prozent gestiegen. An den wichtigsten Börsen für Kaffeebohnen, in New York und London, hat er demnach Rekordhöhen von weit mehr als zwei Dollar pro Pfund erreicht. Kaffeekonzerne machen Hedgefonds und Spekulanten dafür verantwortlich. In der EU gibt es bereits Pläne, die Spekulation an den Lebensmittelmärkten einzuschränken, auch in Deutschland hatte Verbraucherministerin Ilse Aigner entsprechende Maßnahmen angekündigt.
AFP
Hintergründe zur Nachricht
Kursinformationen
Wirtschaft
-
Stimmungstöter Europa
Kursverluste an der Wall Street
-
Telefonica überrascht
O2 soll an die Börse
-
Presta-Mitarbeiter müssen gehen
ThyssenKrupp kündigt
-
Griechenland-Exporte
Euler Hermes versichert nicht
-
Hiobsbotschaften und "Todeskreuz"
Dax kennt kein Halten
-
Spanien-Angst wächst
Euro stürzt unter 1,24 Dollar
-
Boni-Streit vor Londoner Gericht
Coba erleidet Schlappe
-
Verbleib im Deutsche-Bank-Turm
Börsig behält Privilegien
-
"Das Urteil ist gefallen"
Schlecker steht vor dem Aus
-
Defizitabbau darf länger dauern
EU kommt Spanien entgegen
-
Zwischen Krisenangst und Optimismus
Konjunktur bleibt wackelig
-
Rätselraten um Bankia-Hilfen
EZB wurde gar nicht gefragt
