Wirtschaft
Zurich will nach dem Selbstmord des Finanzchefs die Arbeitsbedingungen untersuchen.
Zurich will nach dem Selbstmord des Finanzchefs die Arbeitsbedingungen untersuchen.(Foto: REUTERS)

Finanzchef erwähnt Ackermann in Abschiedsbrief: Zurich untersucht Wauthiers Selbstmord

Der Tod des Zurich-Finanzchefs Wauthier rüttelt den Schweizer Versicherungskonzern auf. Eine Untersuchung soll klären, ob er "unter ungerechtfertigtem Druck stand". Gleichzeitig ist ein Abschiedsbrief Wauthiers aufgetaucht. Für die Polizei ist die "Sache im Prinzip abgeschlossen".

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Der zu Wochenbeginn tot aufgefundene Finanzchef des Schweizer Versicherungskonzerns Zurich, Pierre Wauthier, hat einen Abschiedsbrief hinterlassen und darin den Verwaltungsrat-Präsidenten und Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erwähnt. Das Unternehmen sei über die Existenz eines solchen Abschiedsbriefes und seinen Inhalt informiert, sagte Tom de Swaan, der nach dem Rücktritt Ackermanns als Präsident des Verwaltungsrates das Amt übernommen hat, in einer Analystenkonferenz.

In dem Brief gehe es auch um das Verhältnis zwischen Wauthier und Ackermann, sagte De Swaan, ohne weitere Angaben zu machen. Die Schweizer Zeitung "Tages Anzeiger" berichtete, Wauthier habe in seinem Abschiedsbrief Vorwürfe gegen Ackermann erhoben. Er habe sich von Ackermann unter Druck gesetzt gefühlt, schrieb die Zeitung unter Berufung auf eine Quelle im Umfeld des Verstorbenen.

Zurich will nun die Umstände untersuchen. "Der Verwaltungsrat sieht es als seine Hauptverantwortung an, der Frage nachzugehen, ob unser Finanzchef unter ungerechtfertigtem Druck stand", sagte De Swaan weiter. Konzernchef Martin Senn sagte, es gebe keine Verbindung zwischen den jüngsten Nachrichten und der finanziellen Performance des Unternehmens. An der Finanzberichterstattung von Zurich sollte es keinen Zweifel geben. Der Konzern werde an seiner Geschäftsstrategie festhalten, betonte er.

"Sache im Prinzip abgeschlossen"

Indes hat die Schweizer Polizei keine Zweifel mehr, dass Wauthier sich selbst getötet hat. Dies sei den Ermittlern von der zuständigen Gerichtsmedizin bestätigt worden, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Zug. "Für uns ist die Sache im Prinzip abgeschlossen." Es stünden zwar noch einige Resultate der chemischen und toxikologischen Untersuchung aus, "aber grundsätzlich wird sich daran nichts mehr ändern", sagte der Sprecher. Der 53-jährige Wauthier war am Montag tot in seiner Wohnung aufgefunden worden.

Zurich-Verwaltungsratschef Ackermann war nach dem Vorfall zurückgetreten. Ackermann deutete an, dass die Hinterbliebenen ihm Vorwürfe machen, am Tod des Mannes mitschuldig zu sein. De Swaan bestätigte, dass es einen Abschiedsbrief von Wauthier gibt und dass es darin auch um das Verhältnis zischen dem Finanzchef und Ackermann geht. Auf den Inhalt des Schreibens war er nicht weiter eingegangen. De Swaan stellte aber auch klar: "Es war seine eigene Entscheidung."

Quelle: n-tv.de

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