Wirtschaft
VW-Chef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler bei der Hauptversammlung von Audi.
VW-Chef Matthias Müller und Audi-Chef Rupert Stadler bei der Hauptversammlung von Audi.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 19. März 2017

Razzien nicht nur bei Audi: Polizei soll auch VW-Chef besucht haben

Bisher dominiert VW die Schlagzeilen im Diesel-Skandal. Dank einer großen Razzia rückt vor wenigen Tagen die Konzerntochter Audi in den Mittelpunkt. Bei der Aufklärung der Vorwürfe durchsuchen die Ermittler anscheinend auch das Büro von VW-Chef Müller.

In der Abgas-Affäre bei Audi ist einem Zeitungsbericht zufolge auch der VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller ins Visier der Münchner Justiz geraten. Bei Durchsuchungen am vergangenen Mittwoch hätten die Staatsanwälte in Müllers Wolfsburger Büro Unterlagen zu Audi beschlagnahmt, berichtete die "Bild am Sonntag". Müller ist Aufsichtsratschef von Audi.

Vor ihren Durchsuchungen sollen die Ermittler 47 Konzernmitarbeiter aufgelistet haben, die in die Affäre verwickelt sein könnten. Darunter befinde sich neben Müller auch Audi-Chef Rupert Stadler, schreibt das Blatt. Bei ihnen hätten Polizei und Staatsanwaltschaft gezielt Terminkalender, persönliche Notizbücher und Speicherkarten von Smartphones gesucht. Aus den Unterlagen erhoffen sich die Ermittler demnach Erkenntnisse, ob und wann Aufsichtsräte und Vorstände bei Audi von den illegalen Praktiken wussten oder gar an ihnen aktiv mitwirkten.

Für Volkswagen erreicht der Abgasskandal somit eine neue Dimension. Seit September 2015 hat die Affäre um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen VW erheblich zugesetzt. VW muss in den USA Schadenersatz und Strafen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar zahlen. Die Konzerntochter Audi war allerdings bisher weitgehend verschont geblieben, sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch in strafrechtlicher Hinsicht.

Quelle: n-tv.de

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