Wirtschaft
Uwe Hück droht mit Urabstimmung.
Uwe Hück droht mit Urabstimmung.(Foto: picture alliance / dpa)

Schrille Begleitmusik vor Tarifrunde: Porsche droht Streiksommer

Eine "Frechheit" nennt Porsche-Betriebsratschef Hück das Arbeitgeberangebot für die laufenden Tarifverhandlungen. Er setzt der Gegenseite ein Ultimatum bis Pfingsten. In Dutzenden Betrieben sind Warnstreiks geplant. Bei Volkswagen beginnen die Verhandlungen für die westdeutschen Werke.

Einen Tag vor Beginn der dritten Tarifrunde im Pilotbezirk Baden-Württemberg erhöht der Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück den Druck auf die Arbeitgeber. Er nannte das Angebot der Arbeitgeber "eine Frechheit und respektlos den fleißigen Mitarbeitern gegenüber, die Milliardengewinne erarbeitet haben".

"Wenn es bis Pfingsten kein Ergebnis gibt, dann gehen wir in die Urabstimmung. Ab Juni könnte es dann einen Arbeitskampf geben. Dann hätten wir einen heißen Streiksommer für soziale Gerechtigkeit, der sich gewaschen hat", sagte Hück der "Bild"-Zeitung. Der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeber, Bertram Brossardt, forderte die IG Metall zum Einlenken auf.

Heute sind jeweils mehr als 40 Betriebe in Nordrhein-Westfalen und im IG-Metall Bezirk Mitte, der Hessen, Rheinpfalz, Thüringen und das Saarland umfasst, Ziel von Warnstreiks. Auch im Südwesten sind Aktionen in drei Dutzend Unternehmen geplant.

In Baden-Württemberg gehen die Verhandlungen am Dienstagabend weiter, in Bayern am Mittwoch. Baden-Württemberg war wiederholt Pilotbezirk für Vereinbarungen, die in anderen Tarifbezirken der Schlüsselindustrie übernommen wurden.

Ringen um VW-Haustarif

Für die rund 100.000 Beschäftigten in den westdeutschen VW-Werken begannen Verhandlungen über einen neuen Haustarif begonnen. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine forderte den Autobauer zu Beginn der Gespräche in Hannover auf, ein "deutlich besseres Angebot" zu unterbreiten, als es die Arbeitgeber in den Verhandlungen für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gemacht hätten.

Branchenweit bieten die Arbeitgeber bisher 2,3 Prozent für eine Laufzeit von 13 Monaten. Die Gewerkschaft fordert sowohl bei VW als auch in der Metall- und Elektrobranche 5,5 Prozent höhere Löhne für zwölf Monate. Seit vergangener Woche macht die IG Metall bundesweit mit Warnstreiks Druck für ihre Forderung.

Bei Volkswagen verhandelt die Gewerkschaft traditionell einen Haustarif für die sechs westdeutschen Werke aus. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Gespräche zeitweise parallel geführt. Damals hatten die VW-Beschäftigten erneut einen höheren Lohnaufschlag als ihre Kollegen in der übrigen Branche durchgesetzt. Der Abstand war aber verglichen mit dem Vorjahr deutlich geschrumpft.

Quelle: n-tv.de

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