Wirtschaft
Der Cayenne verkauft sich weiter wie geschnitten Brot.
Der Cayenne verkauft sich weiter wie geschnitten Brot.(Foto: REUTERS)

Absatzzahlen mit Beigeschmack: Porsche rast rekordverdächtig

Bei den Verkaufszahlen jagt Porsche den Bestwert aus dem Vorjahr. Vor allem die Märkte in den USA und China tragen dazu bei. Verkaufsschlager bleiben der Cayenne und der 911er. Allerdings könnte die Volkswagen-Tochter die Vergangenheit noch einholen - im Prozess um Kreditbetrug gegen den früheren Finanzvorstand des Konzerns.

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Der Sportwagenhersteller Porsche fährt einem Rekordjahr entgegen. Die Volkswagen-Tochter verkaufte nach nur zehn Monaten schon fast so viele Autos wie im kompletten Vorjahr. Rund 3000 Fahrzeuge fehlen, um den Rekord aus 2011 zu knacken. "Wir rechnen daher mit einem starken Jahresendgeschäft", sagte Vertriebsvorstand Bernhard Maier. Vergangenes Jahr waren knapp 120.000 verkaufte Autos zusammengekommen.

Die Volkswagen-Tochter profitierte im Oktober vor allem vom reißenden Absatz in Übersee: Das Plus in China lag bei satten 57,8 Prozent (2439 Autos), in den USA bei 41,5 Prozent (3211 Fahrzeuge). Insgesamt lieferten die Schwaben von Januar bis Oktober 116.000 Neuwagen aus, ein Zuwachs von 15,6 Prozent. Allein im vergangenen Monat brachten sie 11.688 Autos auf die Straße (plus 24,1 Prozent).

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"Ein starker Absatz in Amerika sowie Asien konnte auch im Oktober die Kaufzurückhaltung in Europa mehr als kompensieren", sagte Maier. Auf dem Heimatkontinent war der Absatz zuletzt um 4,5 Prozent zurückgegangen, in Deutschland blieb er nahezu stabil (minus 0,1 Prozent). Im September war das Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat noch etwas höher ausgefallen.

Cayenne und 911er

Stärkstes Zugpferd für die Schwaben bleibt weiter der Cayenne. Allein im Oktober verkaufte Porsche 6897 der geländegängigen Limousinen (SUV) - ein Plus von 34,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Klassiker 911 übertraf das Vorjahresniveau im Oktober indes um 30,8 Prozent.

Bis 2018 will Porsche seinen Absatz auf rund 200.000 Fahrzeuge steigern. Für das kommende Jahr dämpfte Porsche-Chef Matthias Müller die Euphorie zuletzt jedoch etwas und kündigte an, das  Wachstum aus dem laufenden Jahr lasse sich vermutlich nicht wiederholen.

Neue Vorwürfe im Porsche-Prozess

Angriffspunkte liefert dagegen weiter die Vergangenheit: Im Kreditbetrugs-Prozess gegen den früheren Porsche-Finanzchef Holger Härter streiten sich Experten um die Details seiner komplizierten Finanzgeschäfte. Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Sachverständiger kritisierte vor dem Landgericht Stuttgart das Gutachten von Seiten der Verteidigung. Der Sachverständige habe die finanziellen Risiken von Porsche falsch berechnet, sagte Wertpapier-Experte Prof. Hans Peter Steinbrenner.

Härter hatte 2009 mit Hilfe von Optionsgeschäften versucht, nach der Macht bei Volkswagen zu greifen. Die Anklage wirft ihm vor, eine Bank dabei gezielt getäuscht zu haben.

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Quelle: n-tv.de

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