Dienstag, 30. Juni 2009
"Klitzekleiner Börsengang": Positiver Flatex-Start
Der Online-Broker Flatex ist als zweiter Börsenneuling am deutschen Aktienmarkt 2009 mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gestartet. Zum Handelsschluss notierte die Aktie mit 4,33 Euro elf Prozent über dem Ausgabepreis, zeitweise war der Titel zum Börsendebüt sogar um mehr als 30 Prozent gestiegen.
Gang auf das Parkett in schwieriger Zeit.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Flatex sammelte bei Anlegern gut drei Mio. Euro ein und fand angesichts dieser für einen IPO geringen Summe am Markt kaum Beachtung. "Es ist ein klitzekleiner Börsengang", urteilte ein Händler. Beachtenswert sei lediglich, dass es der erste deutsche Börsenkandidat in diesem Jahr sei. Denn das allererste Unternehmen, das 2009 auf den deutschen Kurszetteln neu auftauchte, war die kalifornische Biotechfirma HepaHope.
Sprung in den Prime Standard?
Sowohl HepaHope als auch Flatex sind nun im nur schwach regulierten Entry Standard notiert, der als Teilbereich des Freiverkehrs vor allem für kleinere Unternehmen gedacht ist und geringere Zulassungsanforderungen als der Prime Standard hat. Viele Anleger und Fonds investieren deshalb in Titel aus dem Prime Standard, aus dessen Reihen die Deutsche Börse auch die Mitglieder für ihre Auswahlindizes rekrutiert.
Ein Unternehmen, das den Sprung in den Prime Standard wagen würde, ist nach wie vor nicht in Sicht, nachdem im vergangenen Jahr die Finanzkrise vielen Börsenkandidaten - auch der Deutschen Bahn - einen Strich durch die Rechnung machte.
In anderen Ländern zeigten sich die Unternehmen zuletzt wieder wagemutiger. Erst am Montag startete in Sao Paulo der Handel mit Aktien von VisaNet, der brasilianischen Tochter des US-Kreditkartenanbieters Visa. Mit umgerechnet 3,1 Mrd. Euro handelte es sich dabei um den bislang größten Börsengang in der Geschichte Brasiliens.
wne/rts
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